China: Wirtschaftswachstum von knapp 8 %
unserem Korrespondenten Eric Fry in Manhattan in Investors Daily zum Thema Global Anlegen
vom 30. April 2004 18:00 Uhr
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Dieser Mann bewegte die Märkte! Ein paar Wörter von Wu Xiaoling, Vize-Gouverneur der Bank of China, haben die Rohstoffmärkte – und den Aktienmarkt – durchsacken lassen.
Dieser Mann prognostizierte, dass sich Chinas Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr auf weniger als 8 % verringern wird, nach 9,3 % im letzten Jahr. Um sicherzustellen, dass diese Prognose auch eintritt, verordnete die chinesische Regierung den Banken einen Kreditvergabestopp bis Montag. Die Regierung verkündete auch, dass sie bald die Kreditvergabe-Richtlinien straffen will.
Die Folge: Fast jeder an einer Börse gehandelte Rohstoff geriet schwer unter Druck. Gold, Palladium, Platin, Kupfer und Silber sackten durch.
Aber auch die "Rohstoff-Währungen" verloren an Wert. Der australische, der kanadische und der neuseeländische Dollar verloren gegenüber dem US-Dollar. Der südafrikanische Rand sackte gegenüber dem US-Dollar sogar um fast 4 % durch. Damit verlor der Rand sogar noch mehr als der Goldpreis. Mit anderen Worten: Für die südafrikanischen Goldproduzenten war gestern ein guter Tag, da sie in Landeswährung für eine Feinunze Gold, die sie auf dem Weltmarkt gegen Dollar verkauften, mehr verdienten. Und dennoch fielen auch die südafrikanischen Goldminenaktien zurück. Am Mittwoch sackten Titel wie Harmony Gold und Durban Deep um über 9 % durch.
Der April war ein sehr grausamer Monat für Investoren, die in den traditionellen "sicheren Häfen" Zuflucht gesucht haben. Diejenigen, die bei Anleihen und Gold Kapitalerhalt gesucht haben, haben stattdessen Kapital verloren. Im April ist der XAU-Index der Goldminenaktien um über 20 % gefallen.
Wie sollte man als Investor auf diese entnervende Volatilität reagieren? Ist die eine Kaufgelegenheit? Ist es Zeit, die Hoffnung für einen gewaltigen Gold-Bullenmarkt – der den Goldpreis auf 1.000 Dollar je Feinunze hievt – zu begraben?
Wenn der derzeitige Selloff beim Gold und den anderen Rohstoffen eine Kaufgelegenheit ist, dann ist es eine Gelegenheit, die voller Gefahren ist. Die Investoren müssen ins fallende Messer greifen ... obwohl es heute so aussah, als ob der Boden gefunden sein könnte.
Wenn die Fed die Zinsen erhöht und die Bank of China die Kreditvergabe wirklich drastisch einschränken will, dann sind das schlechte News fürs Gold. Denn das gelbe Metal mag keine Konkurrenz durch attraktive Zinsen. Andererseits ist der Dollar immer noch eine Papierwährung. Und auch die fiskalische Situation der USA hat sich nicht verbessert. Wenn der Dollar seinen Rückgang erneuern sollte, dann sollte der Goldpreis steigen.
Der Goldpreis würde in einem solchen Umfeld prosperieren ... aber der Markt könnte auch andere Pläne haben.