China steuert auf eine Wasserkatastrophe zu
Volkmar Michler in Profit Radar zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 4. September 2009, 19:00 Uhr
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Alle schwärmen vom chinesischen Wirtschaftswunder. Das Wachstum in China hat sich trotz Krise wieder kräftig beschleunigt. Um 2. Quartal legte das BIP gegenüber dem Vorquartal um 14,9%. Mit einer solchen Dynamik hatte kaum einer gerechnet. Aber: Nichts ist umsonst im Leben. Auch nicht in China. Und der Preis, den China (und mit ihm auch der Rest der Welt) für das Wirtschaftswachstum zahlt, ist enorm. Nur ist es wie bei einer Kreditkarte: Der Wunsch wird uns schon heute erfüllt, aber die Abbuchung und damit das kalte Erwachen erfolgen erst später.
Das Problem ist die horrende Umweltverschmutzung, die als Schattenseite des chinesischen Wirtschaftswachstums immer schlimmer wird. Besonders problematisch sind dabei Luft- und Wasserverschmutzung. Laut dem chinesischen Ministerium für Wasserressourcen steht 364 der chinesischen Großstädte ein Mangel an gereinigtem Wasser bevor - wenn sie nicht bereits jetzt davon betroffen sind.
Das Wasserproblem ist inzwischen so gewaltig, dass es auch den Wirtschaftsaufschwung gefährdet. Nach Schätzungen entstehen der Industrie durch den Mangel an sauberem bzw. gereinigtem Wasser jährlich Schäden von ca. 30 Mrd. US$ - vom schrecklichen Trinkwassermangel ganz zu schweigen. Das Hauptproblem liegt in den ungeklärten Abwässern. Tatsächlich werden selbst in den chinesischen Städten erst unglaublich niedrige 25% der Abwässer geklärt. Folglich kommt der Wasseraufbereitung und -reinigung eine Schlüsselrolle in den Umweltprogrammen der chinesischen Regierung zu. Auf Jahre hinaus ist dies deshalb im chinesischen Umweltsektor eine der Boombranchen.
Heute Abend werde ich in der 3satBörse ein Unternehmen vorstellen, das genau in dieser Boombranche tätigt ist.
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