China-Spritpreiserhöhung verteuert auch die Getreideproduktion
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 24. Juni 2008, 20:00 Uhr
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Liebe Leser,
gestern haben wir uns mit der Möglichkeit beschäftigt, dass China noch weitere Preiserhöhungen für Ölderivate wie Benzin und Diesel durchführen könnte. Was an sich im Vergleich für China nicht so dramatisch wäre! Im Vergleich sage ich, denn während die Industrienationen aufgrund horrend hoher Energiepreise mit einer deutlichen Verlangsamung ihrer wirtschaftlichen Wachstumsdynamik kämpfen müssen, dürften in China bereits seit längerem erwartete Liberalisierungsmaßnahmen bei den Energiepreisen nicht zu einer deutlichen Abschwächung der nach wie vor wachstumsstärksten Volkswirtschaft der Welt führen. Viel mehr ergibt sich daraus die Möglichkeit eines - nun ich sage einmal - stärkeren Wettbewerbs mit dem Ergebnis einer natürlichen Auslese". Im Endeffekt dürfte Chinas Wirtschaft wohl eher von der noch stark überhitzten Phase im vergangenen Jahr zu einer starken Volkswirtschaft mit stabilem Wachstum weiter heranreifen. Was ich damit sagen will, ist, dass der Schaden den eine weitere Befeuerung der überhitzten Ölpreisrallye anrichten wird für das Weltwirtschaftswachstum an sich und vor allem wohl für die etablierten Volkswirtschaften, allen voran die USA, aber auch Europa am Ende bedeutend größer sein wird. Doch lassen wir das, denn wie ich bereits gestern sagte, ewig kann der Ölpreis nicht auf die Spitze getrieben werden, denn irgendwann wird auch die Nachfragedynamik in den stark wachsenden Emerging Markets schwächer und irgendwann werden auch einmal Produktionsausweitungen ihren Weg in den Markt finden. Vielleicht sollte man ja auch irgendwann einmal ernsthaft darüber nachdenken den von Inflation befallenen US-Dollar als Leitwährung abzulösen, vor allem im Angesicht des offenkundigen Unvermögens der FED tatsächlich gegen die Inflation vorgehen zu können. Aber lassen wir das nun ebenfalls, ich gehe ja schon wieder zu weit.
Widmen wir uns lieber dem heutigen Thema!
Chinas Benzinpreiserhöhungen verteuern damit auch die Getreideproduktion
Also China hat am Freitag die Benzin- und Dieselpreise um 17-18 % erhöht, nachdem unser aller Preis für süßes leichtes Rohöl nicht mehr unter die 130 US-Dollar-Marke fallen will. Gegenwärtig schaukelt er übrigens noch immer knapp unter der 137 bei 136,85 US-Dollar pro Barrel. Das ist nun eben auch Peking einfach zu hoch - jetzt gibt's eben einfach keine Subventionen mehr.
Subventionen wird es dafür aber nun an anderer Stelle geben - geben müssen.
Wir alle wissen, dass Landwirtschaftliche Produktion Geld kostet. Und wir alle wissen auch, dass sie inzwischen immer teurer wird. Landwirtschaftliche Maschinen müssen betankt werden - ohne Energie keine Ernte.
Weltweit verteuert sich nicht erst seit gestern die Agrarwirtschaftliche Produktion aufgrund stetig steigender Energiepreise.
Aber die Energiepreise sind nur der eine Teil. Viele weitere steigende Kostenfaktoren kamen innerhalb der letzten Jahre auf die Landwirte weltweit zu. Nennen wir doch nur einmal die hohen Düngemittelpreise. Kalisalz, Stickstoff, Phosphor - alles hat sich verteuert.
Oder die steigenden Preise für Saatgut und landwirtschaftliche Maschinen.
Mit all diesen steigenden Kostenfaktoren haben auch die chinesischen Landwirte zu kämpfen - genauso wie ihre Kollegen in anderen Staaten.
Und nun kommt als weiterer Belastungsfaktor eben auch noch die Erhöhung der Kraftstoffpreise hinzu.
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