China – Profiteur der US-Steuersenkungen
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily zum Thema Global Anlegen
vom 28. Juli 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Oh là là ... was für eine gemeine, wundervolle, verrückte Welt das doch ist.
Ich habe keinen besonderen Grund, dies zu sagen. Es ist Montagmorgen ... und ich bin in einer leichtherzigen Stimmung ... und ich bin beeindruckt von der eleganten Perversität der Welt. Kaum, dass jemand denkt, dass er die Welt am Schlawittchen hat ... dreht sie sich herum und beißt ihn in den Hintern.
Nachdem die männlichen Mitglieder der Hussein-Familie ausgelöscht worden sind, hat die Bush-Administration jetzt der wirtschaftlichen Erholung Top-Priorität eingeräumt. Deshalb hat sie der amerikanischen Nation eine Steuersenkung gewährt, die zu einem zusätzlichen Wirtschaftswachstum von 1 % führen soll.
Zu schade, dass diese Stimulierung hauptsächlich anderen Ländern zugute kommt, besonders China.
Denn von jedem Dollar, den der amerikanische Konsument zusätzlich in seiner Tasche hat, fließen durchschnittlich 2,5 Cents in chinesische Hände. Das mag zwar nicht nach viel aussehen, aber das ist prozentual mehr als die Rendite eines Geldmarktfonds, mehr als die Inflationsrate, doppelt so viel wie das amerikanische Leitzinsniveau ... und das sind absolut gesehen mehr als 200 Mrd. Dollar pro Jahr.
Und die Chinesen wissen, wie sie noch mehr Geld bekommen können; sie müssen nur mehr Fabriken bauen, mehr Leute einstellen und mehr und bessere Güter produzieren – also alles, was eigentlich in Amerika selbst durch die Steuersenkung gefördert werden sollte.
Auch die Leitzinssenkungen sollten eine wirtschaftliche Erholung in den USA stimulieren. Aber was sie stimuliert haben, waren höhere Hypotheken ... die den Amerikanern erlaubten, mehr auszugeben ... was ihnen erlaubte, mehr Güter aus China zu kaufen ... was mehr Geld in chinesische Hände gegeben hat, was die chinesischen Geschäftsleute ermuntert hat, den Wettbewerb mit amerikanischen Unternehmen noch weiter zu erhöhen ...!
Oh là là, liebe(r) Leser(in) ... wo sind wir hingekommen? Ich weiß es nicht ... aber zusammen werden wir das rausfinden. Mehr dazu weiter unten.