China, Öl und drei Tote
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Global Anlegen
vom 09. Oktober 2006 12:00 Uhr
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*** Interessanter vwd-Beitrag, auf den mich Trader´s Daily-Leser Helmut S. hinwies.
Demnach hat China seine Erdöl-Lagerkapazitäten in diesem Jahr ausgebaut und lagert nun Öl ein. Und Sie können sicher sein, dass China Ölpreise unter 60 Dollar zum Aufstocken nutzen wird. Insgesamt möchte China 100 Mio. Barrel lagern. Das ist nicht die Welt, aber es ist immerhin eine Nachfrage, die den Ölpreis nach unten stabilisieren könnte (da die chinesische Nachfrage bei schwachem Ölpreis tendenziell steigen wird.)
Unabhängig davon steigt ja auch die chinesische Nachfrage nach Öl für die Weiterverarbeitung. Im letzten Jahr lag das Plus der chinesischen Nachfrage bei 17%. Auch wenn der Zuwachs dieses Jahr geringer sein könnte: Es heißt in China mehr, mehr, mehr.
Anderseits läuft die Erdöl-Produktion derzeit auf Hochtouren, auch die BP-Pipeline in Alaska ist repariert, keine Hurrikans im Golf von Mexiko…
Also zwingend long gehen müssen Sie beim Ölpreis aktuell nicht, so meine Einschätzung. Aber immerhin sollte das Abwärtsrisiko nun eng begrenzt sein, denn die Zone 55/60 hat sich als starke Unterstützung erweisen (vielleicht ja auch wegen der chinesischen Käufe in diesem Bereich)? Short-Gehen ist deshalb kein Thema. Und Long-Gehen könnte es bald wieder werden, mal ein bisschen warten (bis z.B. die Heiz-Saison auf der Nordhalbkugel beginnt).
*** Er ruhe in Frieden: Letzte Woche starb Heinz Sielmann. Seine Tierfilme aus der Savanne Afrikas haben mich als Kind immer beeindruckt. Genauso gut gefiel mir, dass er seinen wirtschaftlichen Erfolg dazu nutzte, Grundstücke mit bedrohter Natur in Deutschland aufzukaufen, damit die Natur dort erhalten werden kann (z.B. Döberitzer Heide). Diese Grundstücke hat er in die Heinz Sielmann-Stiftung eingebracht, die nach seinem Tod sein Erbe fortsetzt. Über seinen eigenen Tod hinaus gedacht. Respekt, Herr Sielmann.
*** Auch sie ruhen in Frieden: Zwei Journalistenkollegen der Deutschen Welle hat es erwischt. Karen Fischer, 30 Jahre alt, und Christian Struwe, 38 Jahre. Sie waren in Afghanistan unterwegs zu den historischen Stätten, wo die gesprengten Buddha-Statuen gestanden hatten und sind dort von bisher Unbekannten erschossen worden. Die feigen Mörder hingegen mögen in der Hölle schmoren.
Christian Struwe war in Afghanistan, um Radio Television Afghanistan beim Aufbau der internationalen Nachrichtenredaktion zu helfen. Karen Fischer berichtete für DW-Radio über die Situation in Afghanistan.
Viele Grüße,
Michael Vaupel