China: Neue Blasenbildung am Aktienmarkt?
Volkmar Michler in Profit Radar zum Thema Global Anlegen
vom 27. Oktober 2009, 19:00 Uhr
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Man reibt sich verwundert die Augen. War da was von Krise? Ist die in China überhaupt angekommen? Die Frage drängt sich auf, wenn man sich die chinesischen Börsen anschaut.
Als ob es keine Wirtschafts- und Finanzkrise gegeben hätte, sind die Börsen in Shanghai und Shenzen seit Jahresanfang um 70% bzw. sogar 98% gestiegen. Auch der Hang Seng Index der Hongkonger Börse hat über 48% zugelegt. Im Vergleich dazu sehen die Zuwächse von Dax und Dow von 19% bzw. sogar nur 13% eher bescheiden aus.
Doch schon gibt es erste Befürchtungen einer Blasenbildung am chinesischen Aktienmarkt. Denn die Gewinne können gar nicht so stark steigen wie die Aktienkurse. Oder vielleicht doch? Eine ganze Reihe von Taipan-Aktien wie einer der größten chinesischen Fleischproduzenten oder die Nr. 1 für mobile Computerspiele, haben in den letzten Wochen kräftige Umsatz- und Gewinnsprünge vorgelegt (für weitere Infos dazu klicken Sie auf Taipan). Die Spielernatur der Chinesen zeigt sich aber nicht nur bei Computerspielen jeder Art, sondern auch an der Börse.
Zur Stimulierung der Wirtschaft und zur Ankurbelung der Nachfrage hat die chinesische Regierung die Zinsen gesenkt und die Kreditvergabe gelockert. Und das wurde auch kräftig genutzt. Doch statt das billige Geld in neue Anschaffungen zu stecken, haben etliche Chinesen lieber Aktien gekauft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt deshalb schon vor einer neuen Chinablase und einer möglichen Überhitzung der Wirtschaft. Genau der IWF, der vor einer neuen Chinablase warnt, hat aber für 2010 die Wachstumsprognosen nach oben korrigiert. Für das nächste Jahr wird ein Wirtschaftswachstum von knapp 10% erwartet - fast so viel wie vor der Krise.