China-Nachfrage unterstützt Sojabohnenpreise
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 20. November 2009, 20:00 Uhr
ENL5454
Rohstoffe Wochenrückblick: Agrarrohstoffe und Ausblick
Soft Commodities
Wie erwartet haben die Getreidepreise sich in dieser Woche wieder stärker entwickelt. Dies ist zum einen ein saisonal bedingter Faktor, da die Ernte in den Anbaugebieten der USA dem Ende entgegenstrebt.
Insbesondere Sojabohnen erhielten allerdings deutliche zusätzliche Unterstützung aufgrund der erwartet hohen Nachfrage aus China. Wie das US-Landwirtschaftsministerium bekannt gab, haben US-Exporteure in der Woche bis zum 12.November rund 1,35 Millionen Tonnen Sojabohnen exportiert. Damit liegen die Sojabohnenexporte um 58% über dem Durchschnitt der vergangenen 4 Wochen. China allein steht für die Abnahme von 54% der gesamten US-Sojabohnenexporte in der Berichtswoche. Zudem haben US-Exporteure - dem Landwirtschaftsministerium zufolge - weitere 116.000 Tonnen Sojabohnen an China zum späteren Lieferzeitpunkt ab dem 1.September verkauft.
Die USDA prognostiziert für das aktuelle Erntejahr 2009/10 einen Anstieg des chinesischen Verbrauchs zur Sojamehlherstellung um 7,5% auf 44,1 Millionen Tonnen.
Aktuell notieren Sojabohnen zur Lieferung im Januar bei 10,42 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Obgleich dagegen die Mais- und Weizenexporte im Vergleich eher schwächer ausgefallen sind, konnten beide Getreidesorten im Wochenvergleich ebenfalls zulegen.
Weizen zur Lieferung im Dezember erreichte am Mittwoch sogar kurzzeitig ein 5-Monats-Hoch bei über 5,80 US-Dollar pro Scheffel. Wie erwartet wirkt hier ein korrelierender Faktor und da gerade die lange Zeit enttäuschende Entwicklung der Weizenpreise - trotz der Fundamentaldaten - Nachholpotenzial in sich trägt, setzten die Marktteilnehmer erst einmal wieder auf steigende Preise.
Aktuell notiert Weizen zur Lieferung im Dezember bei 5,60 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Mais zur Lieferung im Dezember notiert aktuell bei 3,91 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Ausblick
Nach wie vor wird der Ölmarkt vornehmlich von der Stimmung beeinflusst! Die Fundamentaldaten finden dementsprechend weiterhin nur stimmungsgebunden in den Markt. So lange sich allerdings keine klare Richtung herauskristallisiert dürften die Preise vorerst weiterhin in ihrer Range verharren.
So lange Inflationsgefahren und Abwertungsdruck auf der US-Währung lasten, sollte der Goldpreis weiterhin Unterstützung finden.
Fundamental betrachtet ist das hohe Preisniveau der Industriemetalle nach wie vor nicht wirklich gerechtfertigt- dies gilt insbesondere für Kupfer. Allein die beständig steigenden Lagerbestände sprechen hier Bände. Shanghai verzeichnet mittlerweile ein Rekordniveau in Höhe von 107.405 Tonnen Kupfer - das höchste Lagerbestandsniveau seit April 2004. Und auch die LME erfasst für Korea deutliche Zuflüsse. So sind die LME-Bestände in Korea von 1.025 Tonnen im Juli mittlerweile auf 77.450 Tonnen gestiegen. Doch so lange die Stimmung der Marktteilnehmer, von der China-Erholung beeinflusst, positiv bleibt, dürften auch die Preise - zumindest vorerst - vor einem starken Rückgang gefeit sein.
Insbesondere Sojabohnen besitzen auch längerfristig deutliches Aufwärtspotenzial. Grundsätzlich stehen - was die Erntesituation in den USA anbelangt- auch die Karten für Mais nicht schlecht. Was sich allerdings erschwerend auswirkt ist die schwache Nachfrage aus Übersee und der bereits deutlich gestiegene Preis. Dagegen könnte Weizen auf einem schwächeren Preisniveau noch Nachholpotenzial bieten.
So long liebe Leser....das wars für diese Woche von meiner Seite...damit verabschiede ich mich und Sie ;-) ins Wochenende und freue mich, wenn wir uns am Montag wiederlesen....liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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