China muss weiter in die Infrastruktur investieren
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 17. Februar 2011, 20:00 Uhr
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Das erste was mir bei meiner morgendlichen Fahrt durch Pekings Straßen auffiel, ist die Überbeanspruchung der vorhandenen Infrastruktur. Die Straßen sind verstopft, die Menschen drängen sich durch die Einkaufsstraßen, die Busse und U-Bahnen sind voll und dies obwohl Peking alles vor wenigen Jahren, in Erwartung des Menschenansturms durch die Olympiade, neu gebaut hat. Die Zustände auf den Straßen sind sogar so prekär, dass die Autoverkäufe in China in diesem Jahr wahrscheinlich sogar zurückgehen werden.
Bitte denken Sie daran, wenn Sie in den nächsten Monaten von rückläufigen Autoverkäufen in China lesen. Die westliche Presse wird dies, da bin ich sicher, als möglichen Wendepunkt der China-Nachfrage fehlinterpretieren und auf die Gefahren hinweisen, die eine Abschwächung der Wirtschaft Chinas mit sich bringt.
Weitere Milliarden für Straßen
Doch wenn man es nüchtern vor Ort betrachtet, fällt einem sofort auf, dass China im Verkehrschaos erstickt. Die Stadt Peking will dieses Jahr deshalb nur 240.000 statt der 800.000 Neuregistrierungen des letzten Jahres erlauben. Dafür wird die Stadtregierung wieder Milliarden in den Ausbau der Infrastruktur investieren. Denn irgendwie müssen die Menschen schließlich zur Arbeit kommen. Ob mit dem Auto, der U-Bahn, oder dem Hubschrauber.
Der Rohstoffverbrauch wird weiter steigen
Dies wird zwangsläufig wieder mehr Rohstoffe verbrauchen. Selbst wenn die Autonachfrage temporär zurückgeht, dann steigt eben an anderer Stelle die Nachfrage an. Die Menschen werden ihr Geld dann statt in Autos, eben woanders ausgeben und wieder mehr Wohnungen kaufen. Um den Verkehrsinfarkt in den Griff zu bekommen, wird die Stadtverwaltung wieder mehr Schienen und Züge bauen und hierfür benötigt man wiederum ein Vielfaches an Stahl, im Vergleich zum PKW-Bau.
Chinas Automobilnachfrage ist zudem langfristig erst am Anfang. Noch immer kommen auf 1.000 Einwohner nur 50 Autos. In den USA sind es pro 1.000 Einwohner schon 700 Autos. Natürlich wird sich dies nicht von heute auf morgen angleichen. Aber in weniger als 10 Jahren erwartet man für China mindestens 40 Mio. Neuwagenverkäufe pro Jahr, also mehr als doppelt so viele wie aktuell.
Es ist fast egal welche Güter und Rohstoffe Sie analysieren, China wird in etwa alle 10 Jahre einfach doppelt so viel davon brauchen.
Auch in der abgelaufenen Handelswoche gab es weder ein riesiges neues Goldprojekt, noch eine Neuentdeckung eines Kupferberges, oder neue sprudelnde Ölquellen - die eine ähnliche Bedeutung besitzen wie das Ghawar Feld in Saudi Arabien, welches 5 Millionen Barrel täglich produziert und damit fast 6% des Weltverbrauchs deckt.
Dagegen ist trotz des bemerkenswerten Mutes der Bevölkerung von Ägypten, welche ihren korrupten Herrscher davon gejagt haben, die Lage in dieser Region nur noch unberechenbarer geworden, als sie es ohnehin schon war. Der offensichtliche Reformwille der Ägypter ist an eine Reform der religiösen Strukturen gebunden. Soll heißen, weniger Macht der festgefahrenen muslimischen Ideologien und mehr Macht für den wirtschaftlichen Aufschwung. Doch genau diesen erhofften starken wirtschaftlichen Aufschwung halte ich für sehr unwahrscheinlich und deshalb rechne ich auch nicht damit, dass es den Ägyptern nach dieser Revolution bedeutend besser gehen wird. Leider...
Die Rohstoffmärkte deuten dies aber ebenso und steigen deshalb weiterhin langsam aber stetig an. Allerdings halte ich eine längere mehrmonatige Seitwärtsphase für möglich. Deshalb konzentriere ich mich aktuell stark auf Einzelwerte, bei denen es erhebliche positive Nachrichten gibt.
Herzliche Grüße
Ihr Andreas Lambrou
P.S.: Wenn Sie wissen möchten wo sie erhebliche positive Nachrichten erwarten dürfen und welche Rohstoff-Einzelwerte aktuell besonders empfehlenswert sind, dann sollten Sie auf Andreas Lambrous langjährige und erprobte Expertise im Börsendienst Rohstoff Investor setzen. Selbstverständlich haben Sie auch die Möglichkeit Rohstoff Investor erst einmal für 3 Monate kennen zu lernen. Hier erhalten Sie weiterführende Informationen zum Börsendienst und dem 3-Monats-Kennenlerntest: Rohstoff Investor
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