China – Maispreise auf Rekordhoch
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 16. August 2010, 20:00 Uhr
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China ist wieder die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und verdrängt Japan auf Platz 3.
China im 2. Quartal zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt
Im 2. Quartal erreichte China ein Bruttoinlandsprodukt in Höhe von 1,3369 Billionen US-Dollar. Japan kommt nur auf 1,2883 Billionen US-Dollar und rutscht mal wieder auf Platz 3 zurück. Platz 1 belegt nach wie vor die US-Wirtschaft.
So wirklich überraschend sind diese Neuigkeiten allerdings nicht (dennoch natürlich erwähnenswert), denn, nachdem China zunächst Deutschland auf Platz 4 abgedrängt hatte, überholte das Land den asiatischen Nachbarn bereits im 4.Quartal letzten Jahres schon einmal, um sich im 1.Quartal dann aber doch noch einmal hinter Japan einzureihen.
Dementsprechend sollte der Fokus auch nicht zu sehr auf die vierteljährlich gemessenen Daten gerichtet werden, sondern viel eher auf das Jahresergebnis.
China und der 2. Platz
Für das Jahresergebnis sieht's aber ziemlich gut aus, mit Chinas zweitem Platz. Viele Ökonomen sind der Meinung, dass China in diesem Jahr tatsächlich Japan als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ablösen wird. Zum einen liegt das natürlich an Chinas starkem Wachstum, zum anderen aber auch an Japans schwächelnder Wirtschaftsleistung. Und...wenn China so weiter wächst, dann dürfte das Land auch die USA schließlich bis in 10 Jahren überholt haben - so zumindest die konservativen Schätzungen. Angesichts dessen, dass derartige Schätzungen China betreffend, in den letzten 10 Jahren immer wieder eines besseren belehrt wurden, da das hohe Wachstumspotenzial offenbar des öfteren sogar noch unterschätzt wurde, würde es mich nicht überraschen, wenn China die USA sogar noch früher überholen sollte.
Alles eine Frage nach der Art der Messung
Letztlich bleibt dennoch immer alles eine Frage nach der Art der Messung. Denn, betrachtet man das Bruttoinlandsprodukt in Abhängigkeit zur Kaufkraftparität, dann hat China Japan schon vor ein paar Jahren überholt.
Betrachtet man allerdings Pro-Kopf-BIP sieht's sowieso wieder ganz anders aus: da belegen die ersten Plätze natürlich die reichen Länder, mit im Vergleich geringerer Einwohnerzahl, wie Luxemburg, Katar, Norwegen und die Schweiz, während Deutschland und Japan irgendwo (abhängig von der Messung - kaufkraftbereinigt oder nicht) um Platz 20 herum liegen, die USA zwar immer noch unter den ersten 10 zu finden ist, China aber, laut Angaben des IWF, auf Platz 99 im weltweiten Mittelfeld steht.
Ein Grund mehr also, um davon auszugehen, dass China, trotz der bereits beachtlichen Entwicklung, auch weiterhin stark wachsen muss und wird - denn 1,3 Milliarden Menschen haben auch weiterhin noch viel vor.
Doch lassen Sie und nun zum eigentlich heutigen Thema, dem Maismarkt, kommen...
Vielleicht fragen Sie sich, warum ich einen Beitrag zum Thema Mais, ausgerechnet mit einer Meldung über China beginne? Nun ganz einfach, China ist, wie das in so vielen Rohstoffmärkten mittlerweile der Fall ist, auch für den Maismarkt zu einem der bedeutendsten Nachfrage- und damit auch Preisfaktoren geworden.
China, das in diesem Erntejahr zum ersten Mal seit 2004/05 wieder ein Angebotsdefizit aufweist, ist gezwungen mehr Mais zu importieren als ursprünglich erwartet worden war. Bislang haben die USA, der weltweit größte Maisproduzent, rund 608.000 Tonnen Mais nach China geliefert. Weitere 644.000 Tonnen stehen noch aus.
Chinas Maispreise auf Rekordhoch
Die chinesische Regierung hat seit April etwa 11,7 Millionen Tonnen Mais aus den Reserven auf dem heimischen Markt verkauft. Allein in der vergangenen Woche rund 880.000 Tonnen. Wie China National Grain and Oils Information Center bekannt gab, dürften in dieser Woche allerdings nur noch 400.000 Tonnen Mais aus den Reserven zum Verkauf angeboten werden.
Dies lässt natürlich Spekulationen auf deutlich rückläufige China-Lagerbestände zu und trieb die chinesischen Mais-Futures nach oben. Mais zur Lieferung im Januar in Dalian erreichte heute bei 2.001 CNY (~ 294 USD) pro Tonne ein Allzeithoch. Im vergangenen Jahr sind die chinesischen Maispreise damit um rund 16% gestiegen.
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