China investiert stark in Afrika
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Global Anlegen
vom 7. April 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
*** Noch ein paar Worte zu Afrika.
Auch wenn das mit den „chinesischen Straßennamen" ein Aprilscherz war - China weitet seinen Einfluss in zahlreichen afrikanischen Staaten aus. Und das wird in Europa und den USA meinem Eindruck zufolge noch nicht in vollem Ausmaß wahrgenommen.
China sichert sich Nutzungsrechte an strategischen Rohstoffen, wie Uran in Namibia, Erdöl in Angola und Kupfer in Sambia.
Nun, warum nicht? China betreibt eben wie andere Staaten auch eine Politik, die seinen eigenen Interessen dient. Und so wie ich das bis jetzt mitbekommen habe, sind die Verträge mit afrikanischen Staaten durchaus keine Knebelverträge.
Im Gegenzug für Rohstoff-Lieferungen investieren die Chinesen auf eigene Kosten teilweise massiv in die Infrastruktur und Bildungseinrichtungen der jeweiligen Staaten (besonders in Angola, wo Autobahnen gebaut werden), und die chinesischen Billigwaren passen auch gut zur Nachfrage ärmerer Bevölkerungsschichten.
Vielleicht eine „win-win"-Situation für beide Seiten.
Europa und die USA drohen in einigen afrikanischen Staaten hingegen etwas ins Abseits zu geraten.
*** Trader´s Daily-Leser Ernst F. hat eine interessante Frage:
„Sie haben schon mehrfach die Gold- und Silber-ETFs (...) angesprochen, bei denen physisch das Metall hinterlegt ist. Sie haben uns auch schon erklärt, warum es wichtig ist diese Metalle nicht in Papier, sondern physisch zu besitzen. Was passiert nun bei einem Verbot von Goldbesitz?"
Meine Antwort:
Das wäre in der Tat ein Problem. Denn wenn die Regierung den Besitz von physischem Gold wirklich verbieten sollte, dann droht für Gold-ETFs ein Zwangseintausch gegen Papiergeld (für Silber ebenso).
Dem könnten Sie sich nur durch den Kauf von physischem Edelmetall (Anlagemünzen, Barren) entziehen, welches Sie verstecken.
Wie realistisch ist so ein Verbot?
Ich halte es nicht für realistisch. Gerade in Europa nicht.
In den USA ist es mal dazu gekommen, aber das hatte auch einen ganz anderen Hintergrund (der Dollar war damals noch durch Gold gedeckt).
Also: Sehr unrealistisch, aber nicht ausgeschlossen. Völlige Sicherheit gibt es nicht.
Wenn Sie stark auf Gold setzen, ist es jedenfalls keine schlechte Idee, einen Teil auch „physisch" zu halten (Anlagemünzen, Barren).
Mit herzlichem Gruß,
Ihr
Michael Vaupel