China gehört die Zukunft
Claus Vogt, Redakteur Sicheres Geld in Investors Daily zum Thema Global Anlegen
vom 5. August 2009, 18:00 Uhr
ENL5454
Lieber Leser,
die Weltmacht Amerika ist auf dem Rückzug, China gehört die Zukunft. Aus dieser Entwicklung ergeben sich spektakuläre Chancen für den Anleger. So lautet die Kurzform einer breiten Mehrheitsmeinung.
Wann immer bei Wirtschaftsprognosen ein breiter Konsens besteht, sollte man die ihm zugrunde liegenden Prämissen kritisch prüfen. Diese Grundhaltung des Contrarian-Investors ist natürlich kein Selbstzweck. Vielmehr lehrt Finanzmarktgeschichte, dass sich breiter Konsens nur allzu oft erst dann einstellt, wenn sich Trends bereits in ihrer Endphase befinden. Die Geschichte lehrt aber auch, dass
das nicht immer der Fall ist. Die Kunst des Contrarian-Denkens besteht also darin zu erkennen, ob die fundamentalen Kräfte, die dem jeweiligen Trend zugrunde liegen, noch vorhanden sind oder nicht.
Auf diese beiden Entwicklungen müssen Sie achten
Trends beginnen gewöhnlich unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit. Je länger sie anhalten und je spektakulärer sie verlaufen, desto mehr Aufmerksamkeit erregen sie. Solange die fundamentalen Triebkräfte intakt sind, stellt das kein Problem dar. Denn die fundamentalen Kräfte wirken auch, wenn viele Menschen sie erkannt haben.
Probleme entstehen erst, wenn eine der beiden folgenden Entwicklungen einsetzt:
Erstens kann es zu einer Veränderung bei den fundamentalen Triebfedern kommen, die unerkannt oder unbeachtet bleibt. Auf diese Weise wird dem Trend die Basis entzogen. Es folgt ein böses Erwachen und Anleger verlieren in großem Stil Geld.
Zweitens kann es zu einer drastischen Überbewertung an den Finanzmärkten kommen. Dann ist der Trend zwar immer noch intakt, aber euphorische Anleger nehmen seine weitere Entwicklung bereits auf viele Jahre vorweg. Sie zahlen überhöhte Preise, die eine attraktive Wertentwicklung verhindern. Das ist der typische Verlauf einer Spekulationsblase.
Die Wachstumstreiber sind in Asien vorhanden
Was sind die wichtigsten fundamentalen Triebfedern des asiatischen „Wirtschaftswunders"? An erster Stelle steht die auf Wachstum ausgerichtete ordnungspolitische Weichenstellung, also ein marktwirtschaftliches Wirtschaftssystem.
Selbst in China, das in vielen Bereichen noch immer eine kommunistische Diktatur ist, gelten für große Teile der Wirtschaft marktwirtschaftliche Regeln. Gewisse Zweifel an der spezifisch chinesischen Mischung zwischen zentraler Lenkung und Marktwirtschaft bestehen allerdings nach wie vor.
An zweiter Stelle sehe ich die Bevölkerungsstruktur: Wenn die Mehrheit der Bevölkerung jung und leistungsbereit ist, dann entsteht geradezu zwangsläufig Wohlstand - solange eine falsche Ordnungspolitik es nicht verhindert.
Die meisten asiatischen Emerging Markets haben noch eine Bevölkerungsstruktur, die mit dem Wort Pyramide beschrieben werden kann. Und auch in China werden die Folgen der bekannten Ein-Kind-Politik erst in einigen Jahrzehnten zu Problemen führen. In Europa wird die Bevölkerungsstruktur
schon sehr viel früher für erhebliche Verwerfungen sorgen.
Herzlichst Ihr
Claus Vogt, Redakteur Sicheres Geld
P.S.: Langfristig sehe auch ich eine Fortsetzung des asiatischen Aufstiegs. Die Baisse des vergangenen Jahres hat aber wieder einmal deutlich gezeigt, wie schwierig es sein kann, als Anleger davon zu profitieren.
Hinweis: Wenn Sie den Börsendienst Sicheres Geld von Claus Vogt jetzt testen, erhalten Sie neben der aktuellen Ausgabe auch die brandaktuelle "Sonderanalyse Asien" (neben zahlreichen weiteren hochbrisanten Schriften). Klicken Sie hier: Sicheres Geld
ähnliche Beiträge:
weitere Ausgaben von
Investors Daily
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Mittwoch, 23. Mai 2012
Dienstag, 22. Mai 2012
Montag, 21. Mai 2012
alle AusgabenBörsenbrief: Travel Trader
Ihr Börsendienst mit dem globalen Insidernetzwerk
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Börsenbrief: Travel Trader