China auf Einkaufstour
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 1. April 2010, 20:00 Uhr
ENL5454
(Und jetzt im Ernst...)
Mittlerweile ist es ja fast schon zum Alltag geworden, dass chinesische Firmen sich im Ausland durch alle Rohstoffklassen kaufen!
Ob Kohle-, Eisenerz-, Öl-, oder sonstige Rohstoffproduzenten - chinesische Firmen (meist mit guten Verbindungen zur chinesischen Regierung) haben ein wachsendes Interesse an der Sicherung von strategisch bedeutsamen Rohstoffvorkommen. Nur drei Beispiele vom letzten Jahr: Sinopec kauft Addax Petroleum für 7,3 Milliarden USD; Yanzhou Coal kauft Felix Resources für 2,9 Milliarden USD; PetroChina kauft einen Anteil an Kanadas Ölsandproduzent Athabasca für 1,7 Milliarden USD.
Im vergangenen Jahr haben chinesische Unternehmen rund 50 Übernahmen allein in den so genannten entwickelten Märkten (also den Nicht-Emerging-Markets) durchgeführt. Und sie sind nicht alleine: Indien beispielsweise hat in den letzten 2 Jahren fast 100 solcher Übernahmen in den entwickelten Märkten durchgeführt. Insgesamt hat das Land seit 2003 rund 400 Akquisitionen in Nicht-Emerging-Markets durchgeführt.
Sicher, noch ist der umgekehrte Fall an der Zahl höher. Im vergangenen Jahr haben Unternehmen aus Nicht-Emerging-Markets beispielsweise rund 86 Übernahmen von chinesischen Unternehmen durchgeführt. Doch diese Zahl sinkt! Während in 2007 die Anzahl der Übernahmen von Unternehmen aus den Nicht-Emerging Markets, durch Unternehmen aus den Emerging Markets gerade einmal ein Drittel der Übernahmen von Unternehmen aus den Emerging Markets, durch Unternehmen aus den Nicht-Emerging Markets ausmachte, liegt das Verhältnis mittlerweile bei 2:1. Während also vor zwei Jahren, auf eine Übernahme von Nicht-Emerging Markets-Unternehmen, durch Emerging Markets- Unternehmen, noch 3 Übernahmen von Emerging Markets-Unternehmen, durch Nicht-Emerging-Markets-Unternehmen kamen, sind es aktuell nur noch 2.
Und dieser Trend ist stark und intakt! Vor allem wenn es um die Asiaten geht. Und ich würde auch wetten, dass die Staatsfonds des Nahen Ostens bald aktiver werden.
Der springende Punkt ist der: die Emerging Markets wachsen schneller, stärker und zum Teil auch stabiler als die entwickelten Märkte. So ist nur natürlich, dass sie sich eine starke Versorgungsbasis aufbauen. Mehr muss ich eigentlich gar nicht sagen. Ich lerne jedenfalls chinesisch, obwohl ich zugeben muss, dass das eine echte Herausforderung ist. In dem Sinne: huitou jian! (Schriftzeichen kann ich noch nicht!)
So long liebe Leser...ich denke, ich kann mir die Auflösung dahingehend, welcher der beiden Beiträge ein April-Scherz war, sparen...;-) April, April!....damit verabschiede ich mich nun aber und wünsche Ihnen ruhige und besinnliche Osterfeiertage....ich freue mich, wenn wir uns am kommenden Dienstag wiederlesen....Frohe Ostern!
Ihre Miriam Kraus
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