Charttechnik und Technische Analyse Dax
Andreas Wolf in Investors Daily Update
vom 10. Dezember 2008, 10:30 Uhr
Gastbeitrag aus dem Dax daily:
Liebe Leser,
Der ZEW-Konjunkturerwartungsindex deutete es gestern an: Die Stimmung an den Finanzmärkten beginnt sich zu drehen. Noch ist dies zwar erst der Anfang einer Erholungsentwicklung, aber die Verbesserung von -55 auf -45 Punkte lässt hoffen. Sie fußt auf der Stabilisierung der Aktienmärkte seit Mitte November und der Gewissheit, dass die eingeleiteten Konjunkturstützungsmaßnahmen ihre positive Wirkung deutlich entfalten werden. Die Veröffentlichung der Zahlen sorgte beim DAX für einen Kurssprung um zwei Prozent, auf das Niveau, dass er auch zum Ende hin verteidigte.
Zwischenzeitlich konnte der Index mit der Wall Street-Eröffnung sogar die Marke von 4.800 Punkten deutlich überschreiten, musste dann aber den Gewinnmitnahmen in New York Tribut zollen. Damit hat der Leitindex die obere Begrenzung des aktuellen Bollinger-Bandes getestet, ohne bereits einen Durchbruch vollzogen zu haben. Die Verluste im Dow Jones könnten dem DAX heute zu Handelsbeginn moderate Verluste bescheren. Die Indikatoren MACD und Slow Stochastik signalisieren aber keinen größeren Konsolidierungsbedarf, zwischenzeitliche Kursrückgänge sollten deshalb die Unterstützung bei 4.600 Punkten nicht nachhaltig unterschreiten.
Vor dem wieder ereignisreicheren Donnerstag wird der Mittwoch in Sachen Nachrichtenlage für eine kleine Atempause sorgen. Lediglich die Zahlen zu Umsatz und Lagerhaltung im US-Großhandel aus dem Oktober geben eine Einblick über die ökonomische Lage jenseits des Atlantiks. Für ein wenig Aufregung hat die Verhaftung des Gouverneurs des Staates Illinois, dem Heimatstaat des künftigen Präsidenten der USA, gesorgt. Die Position eines Gouverneurs entspricht in etwa der eines Ministerpräsidenten in Deutschland. Angeblich der soll er als Mitglied der Demokratischen Partei seine Funktion als Gouverneur missbraucht haben, um den nach der Wahl Obamas zum Präsidenten frei werdenden Senatsposten unter der Hand zu verkaufen. Dies würde den Tatbestand der Korruption erfüllen und wäre auch als schwere Belastung der beginnenden Präsidentschaft Obamas zu sehen. Was die Märkte nach den Verwerfungen im Kreditmarkt nun am allerwenigsten gebrauchen könnten, wäre ein politischer Skandal im Lager der Regierungspartei. Das würde die sich langsame legende Verunsicherung rasch wieder aufleben lassen.
Konjunkturdaten: USA: Umsatz- und Lagerhaltung im Großhandel
Unternehmen: -------------------------->
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 4.622; 4.668; 4.770
Widerstände: 4.818; 4.964; 5.085
Viel Glück und Erfolg!
Andreas Wolf
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