Charttechnik MDax
Tom Firley, Investors Daily vom 18.01.2010 18:00
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Tom Firley
ENL5286
nach meinem Beitrag vom Freitag (Aixtron), erhielt ich einige Leser-Kommentare, aus denen hervorgeht, dass Sie sich auch (besonders) für den MDax bzw. für Einzelwerte aus diesem Index interessieren.
Schauen wir uns heute den Index „himself" an und ich hoffe, dass Sie mich nicht für gänzlich durchgeknallt halten, wenn ich Ihnen eine sehr einfache, aber ungewöhnliche These präsentiere:
Chart MDax
Keep it simple and stupid (zu Deutsch: "Stellen Sie es einfach und verständlich dar").
Schauen Sie bitte die verschiedenen Abwärtstrendlinien im Chart an, die zusammen verschiedene Trendkanäle darstellen. Sie erkennen, dass der MDax gerade mit der grünen Abwärts-Linie „kämpft". Das ist nun einmal Fakt. So gesehen befanden wir uns bis vor kurzem in einem übergeordneten Abwärtstrend.
Ich weiß, das klingt seltsam, wenn Sie sich vor Augen halten, dass der MDax vom März-Tief 2009 (bei 4.163 Punkten) bis zum letzten Freitag (Schlusskurs 7.846 Punkte) etwa 88 Prozent (!) zulegen konnte. Jetzt zur ungewöhnlichen These:
Blenden Sie die Übertreibungen aus!
Schauen Sie bitte auf die durchgezogene blaue Linie. Diese Parallele zur grünen Linie manifestiert den (gerade ins Wanken geratenen) Abwärtstrend. Und jetzt blenden Sie bitte den Lehman-Crash (Übertreibung nach unten), die weitere Abwärtsbewegung bis zum März letzten Jahres und die Rally bis zur blauen Linie (ausgelöst durch diverse Regierungsrettungsaktionen) bitte gedanklich aus. Diese Phase habe ich mit den gestrichelten, schwarzen Linien gekennzeichnet.
Was bleibt übrig?
Wie gesagt - ein fast noch intakter Abwärtstrend. Ein Abwärtstrend, der nicht durch unnatürlich geschaffene Ereignisse (Bankenpleite und Regierungsmaßnahmen) verunstaltet würde. Jetzt können wir natürlich über die Frage streiten, ob die unnatürlichen Regierungsmaßnahmen erst einmal kurstechnisch abgefrühstückt werden müssten (und uns eine eher unangenehme Korrektur bevorsteht) oder ob die Einzelwerte, mithin die Unternehmen im MDax (natürlich auch im Dax, TecDax oder den weltweiten Indizes generell) sich erst einmal auf dem aktuellen Niveau halten können.      Â
Der positive Effekt dieser Betrachtungsweise
Trauern Sie keinen vergebenen Chancen hinterher. Im März 2009 gab ich Ihnen folgenden Ratschlag: Kaufen Sie (sorry, ich meinte natürlich „Schauen Sie sich...") Aktien, die das 2008er Tief zurückerobern. Danach sagte ich Ihnen: „Orientieren Sie sich am 256-Tage-GD." Wenn Sie diesen Ratschlag nicht befolgt haben - was solls? Die Börse bietet fast jeden Tag neue Chancen (auch wenn heute wenig los war... die Amis hatten Börsen-Feiertag). Nutzen Sie also die oben dargestellte „Ausblendung der Übertreibungen" für mögliche weitere Schritte. Ein einfaches Beispiel:  Â
Sie sehen, dass die Krones-Aktie kürzlich über den mit schwarzen Linien (grob skizzierten) dargestellten Abwärtstrend ist nur ausbrechen konnte. Fällt die Aktie wieder in diesen Kanal, sollten Käufe zurückgestellt werden. Gelingt aber ein Überbieten des letzten Hochs bei 37,15 Euro, dann.... wissen Sie sicherlich, was zu tun sei.
Viel Erfolg an der Börse
Tom Firley
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Kommentare
- von Herbert Winterleitner (18.01. 2010 19:58 Uhr):
Sg. Herr Firley, ich lese täglich Ihre Ausführungen über die Börsenwelt und muss Ihnen ein großes Lob zu den gut gelungenen Themenmix aussprechen. Die meisten Newsletter habe ich innerhalb kürzester Zeit wieder abbestellt - Ihren habe ich jedoch schon seit mehreren Monaten. Einen Kritikpunkt muss ich jedoch anbringen: Warum schreiben Sie nie etwas über Fonds? Hier gibt es doch sicher ebenfalls viel interessantes zu berichten - Vielleicht überlegen Sie sich was - es würde sicher viele Leser interessieren. Liebe Grüße Herbert Winterleitner
Antworten - von Franz Huss (18.01. 2010 23:47 Uhr):
Sehr geehrter Herr Firley finde Ihren Beitrag heute wieder sehr bemerkenswert. Da ich nun leider zum Börsenvolk und nicht zur Börsenelite gehöhre versuche ich Leuten wie Ihnen ein bisschen auf die Finger zu sehen und versuche natürlich auch zu lernen auch wenn meine Zeit etwas begrenzt ist . Nehme auch schon den Börsendienst von Herrn Proffe in anspruch aber vielleicht kommen Sie ja auch noch zur Überzeugung so einen Dienst anzubieten. Mit freundlichen Grüßen Franz Huss
Antworten - von Markus Wörn (19.01. 2010 10:41 Uhr):
Servus Tom, bitte versau´ Deine guten Beiträge nicht durch den Einsatz von anglizierten Lückenfüllern und lass´ alle Art von angloamerikanischen Pseudofinanztermini einfach außen vor, es sei denn, sie sind für den Kontext unabdingbar. Bauernregelnidiome wie "Keep it simple and stupid" haben rein gar nichts in einem deutschen Artikel zu suchen. Zudem heißt es nicht "Schauen wir uns heute den Index „himself" an", sondern korrekterweise "itself". Also, Tom, Du siehst schon, überlass´ diese Sprache denjenigen, die sie sich (gezwungenermaßen) als Muttersprache aneignen mussten. Falls Du Deine geneigten Leser intellektuell fordern möchtest, schreib´ von mir aus auf "boarisch", das spricht man doch hoffentlich auch noch in Rosenheim. Beste Grüße aus Niederbayern Markus
Antworten- von Tom Firley (20.01. 2010 18:44 Uhr):
Servus Markus, Recht hast! Ich bleib beim "Deutsch" und werde höchstens mal ein wenig ins Boarische abgleiten (heißt es nicht eigentlich ganz korrekt: bairisch?... bewusst mit "i") Pfiati Tom
- von Tom Firley (20.01. 2010 18:44 Uhr):
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