Charttechnik Goldman Sachs
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 20. April 2010, 08:30 Uhr
ENL5454
heute stehen wieder jede Menge Quartalszahlen an, unter anderem auch die von „Spielverderber“ Goldman Sachs. Die Großbank musste am vergangenen Freitag im Zuge der Betrugsvorwürfe einen ordentlichen Kurseinbruch hinnehmen, der an einem einzigen Tag nahezu die gesamten Kursgewinne der letzten zwei Monate auslöschte. So schnell kann es manchmal gehen.
Das kurzfristige Chartbild der Bank sieht angeschlagen aus. Solange die Aktie unterhalb des Widerstandsbandes um 167 $ notiert, sind tendenziell weitere Kursverluste zu befürchten, auch wenn sehr kurzfristig eine weitere Kurserholung bis in diesen Bereich möglich ist. Gut möglich, dass das Zahlenwerk heute vom Markt gut aufgenommen wird, sich aber danach wieder Bedenken wegen der anstehenden Klagen (unter anderem auch durch die Bundesregierung, wie ich hörte) durchsetzen. Zumindest legt die Charttechnik diesen Verlauf nahe.
Tageschart Goldman Sachs
Übergeordnet befindet sich die Aktie jedoch in einer mehrmonatigen Seitwärtsbewegung, die Konsolidierungscharakter hat. Solange es hier nicht zu crashartigen Verkäufen kommt (ein Tag wie der vergangene Freitag reicht da nicht aus), sind weitere Rückschläge auf längere Sicht Kaufgelegenheiten. Egal, was ich privat über diese Bank denke: Das längerfristige Chartbild sieht immer noch bullisch aus. Sobald der Sturm sich in einigen Wochen wieder gelegt hat, sind deutlich höhere Kurse möglich. Die Bedingung dafür hatte ich genannt. Aber es bleibt selbstverständlich Ihnen überlasen, ob Sie mit dieser oder lieber einer anderen Aktie Geld verdienen wollen. Es gibt durchaus noch andere vielversprechende Charts, in die sich „ethischer“ investieren ließe. Ich wollte Ihnen nur mal demonstrieren, dass die Charts bzw. der Markt die Kursrichtung vorgeben und nicht die persönliche Meinung (auch wenn das manchmal sehr schwer fällt).
