Chartanalyse EUR/USD
Sven Weisenhaus in Wave Daily zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 10. Mai 2010, 13:00 Uhr
ENL5454
Folgende Grafik könnte Ihnen noch bekannt sein aus meinem Beitrag vom 26.04.2010:

(Quelle: CFX-Broker) Langristchart von 1975 bis heute
Hier haben wir sowohl eine horizontale Unterstützung bei etwa 1,33-1,34 EUR/USD (gestrichelte Linie mit roten Kreisen) als auch eine Unterstützung bei ca. 1,25 EUR/USD aus der steigenden mittleren Trendlinie ausgemacht.
Nun, schauen wir uns doch mal den aktuellen Chart an.
(Quelle: CFX-Broker) Langristchart von 1972 bis heute
Deutlich zu erkennen, dass die erste Unterstützung nicht gehalten hat. Und das ist noch freundlich formuliert, denn aktuell steht der Euro ganze 5 Cent tiefer. Im Tief bei fast 1,25 EUR/USD hatte der Euro die Unterstützung sogar um mehr als 9 Cent unterschritten. Und dieses Kunststück hat er in gerade mal knapp einer Woche vollbracht. Griechenland lässt grüßen.
Beim Heranzoomen des Charts fällt aber auf, dass der Euro, ähnlich wie beim DAX-Chart vom Freitag, eine Punktlandung auf der wesentlich relevanteren tieferen Unterstützung bei ca. 1,25 EUR/USD hingelegt hat.

(Quelle: CFX-Broker) EUR/USD-Chart, Candlestick
Deutlich erkennbar, wie präzise der Euro auf der steigenden mittleren Trendlinie des Trendkanals aufgeprallt ist.
Ich hatte ja bereits eine Gegenbewegung angekündigt. Diese könnte nun laufen. Ein Kursziel ließe sich anhand der Fibonacci-Zahlen benennen. Insbesondere die 38,20%-Marke scheint dem Euro für Gegenbewegungen gut zu gefallen. In der folgenden Grafik sehen Sie, dass nach jedem Abwärtsimpuls des aktuellen Abwärtstrends ein Rücklauf an diese Marke erfolgte. Auch zur Stunde hat der Euro exakt dort zunächst Halt gemacht.

(Quelle: CFX-Broker) EUR/USD-Chart, Candlestick
Legen wir nun das Fibonacci-Retracement an den gesamten Abwärtstrend, dann könnten wir ein mögliches Kursziel ablesen.

(Quelle: CFX-Broker) EUR/USD-Chart, Candlestick
Dieses lautet demnach ca, 1,35 EUR/USD. Und eine solche Gegenbewegung könnte ich mir sogar sehr gut vorstellen, wenn sich die Märkte nun nach den Turbolenzen der letzten Woche etwas beruhigen.
Puh, für einen Wochenanfang habe ich Ihnen heute eine Menge Grafiken mitgebracht. Ich schlage vor, wir lassen diese erst einmal sacken und kommen beim nächsten Beitrag noch kurz drauf zu sprechen, was es mit den blauen Rechtecken auf sich hat.
Bis dahin wünsche ich Ihnen einen guten Start in die Woche.
Sven Weisenhaus
Aus aktuellem Anlass:
Den heutigen Beitrag hatte ich heute Nacht um ca 1.30 Uhr fertig gestellt (ich schreibe meine Beiträge meist am Abend vor dem eigentlichen Versandtag). Es gibt aber wohl Menschen, die von Sonntag auf Montag noch länger arbeiten, denn so hat die europäische Union nach gut zwölfstündigen Verhandlungen tief in der Nacht zur Rettung kriselnder Euro-Mitglieder einen beispiellosen Rettungsschirm gespannt. Insgesamt 750 Milliarden Euro Kredite, von denen gut ein Drittel vom Internationalen Währungsfonds (IWF) stammen, könnten im Notfall fließen, geknüpft an strenge Bedingungen zur Haushaltssanierung. Die EU will mit diesem Schritt das Vertrauen in den angeschlagenen Euro stärken. Mehr dazu am Mittwoch.
Das könnte nun den Euro natürlich entsprechend beflügeln, so dass das soeben genannte Kursziel nun schnell angelaufen wird. Bedenken Sie aber, politische Börsen haben meist kurze Beine. So könnte der Euro-Verfall anschließend durchaus in eine weitere Runde gehen.
Den Aktienmärkten schmecken diese Nachrichten in jedem Fall sehr gut. Der DAX eröffnete heute morgen über 3% höher bei rund 5.900 Punkten. Der DowJones Future steht bei fast10.650 Punkten ebenfalls mehr als 3% im Plus. In erster Linie die Liquidität sorgt also auch weiterhin für steigende Kurse.
