Chartanalyse Allianz
Tom Firley in Investors Daily
vom 30. März 2010, 18:00 Uhr
ENL5462
auf vielfachen Wunsch schauen wir uns heute einmal - mit Hilfe der Chartanalyse - die Allianz-Aktie an - natürlich mit dem in den letzten Tagen vorgestellten Firley-System. Kurz vorab:
Ich denke, das Leser-Lager teilt sich in zwei Lager: Die einen sind begeistert vom Firley lang und Firley kurz, die anderen möchten vielleicht wieder einmal andere Themen lesen. Daher werde ich in den nächsten Tagen in einer Sonderrubrik (kurz und bündig) ein paar Dax-Einzelwerte mit dem Firley-System beleuchten. In meinem normalen Beitrag lesen Sie dann wie gewohnt, verschiedene Themen, die die Welt bewegen... Heute aber noch eine Prise Firley-System. Let´s start
Chart Allianz
Ein schönes Beispiel für das „Brechen" meiner eigenen Signal-Regel sehen Sie ganz links Allianz-Chart, grün eingekreist.
Ein „schönes" Kauf-Signal
Das Kauf-Signal erfolgte im August 2006 bei einem Kurs von 128,31 Euro, nachdem der wichtige 256-Tage-GD durchbrochen wurde. So wurde also das 256-Tage-Signal mit Hilfe des Systems noch bestätigt. Im Januar 2007 wurde dann ein Ausstiegs-Signal angezeigt. Als mittelfristiger Anleger hätte ich diesen Ausstieg nicht befolgt, da ich neben meinem System (wie gesagt: ein Mosaikstein, aber ein sehr wichtiger) auch noch die Chart- bzw. Trendanalyse anwende.
Und wie Sie in diesem Zeitraum (wir sind immer noch im grünen Kreis) erkennen können, bewegte sich die Allianz-Aktie in einem ungebrochenen Aufwärtstrend und der Allianz-Anleger / -Trader lag gut im Plus. Was also tun?
Trailing Stopp setzen
Trailing-Stopp im Abstand von etwa 10% (oder besser: etwas unter die letzte Unterstützung legen) setzen... fertig. Das bedeutet: Wenn Sie mit einer Aktie gut im Plus liegen und sich der Wert in einem ungebrochenen Trend befindet, können Sie ein Ausstiegssignal auch einmal vernachlässigen. Es kommt eben immer darauf an, wie sich die Aktie nach dem Signal verhält.
Auf diese Weise wäre unser Trader also bei etwa 160 Euro ausgestoppt worden. Ironie des Schicksals: Wäre er dem Signal gefolgt, wäre er bei 152 Euro ausgestiegen... allerdings 6 Monate vorher und hätte somit sein Geld schon früher wieder investieren können (aber das ist ein anderes Thema, welches wir aber sicher noch beleuchten werden).
Weiter im Text:
Nach der „Grünkreis-Phase" folgten einige unschöne Signale, in denen der Anleger sicherlich Geld verloren hätte. In dieser Phase (wie Sie erkennen bewegte sich die Aktie in einem Abwärtstrend) übrigens bietet es sich an, den Ausstiegssignalen zu folgen, da noch kein Gewinn erzielt wurde. Wie gesagt, da kommt eben immer auch die Charttechnik zum Tragen.
Krasses Fehlsignal...
Autsch. Sehen Sie das rote Osterei im Chart? Hier erfolgte ein krasses Fehlsignal und der Trader hätte mindestens 10 bis 15% Verlust hinnehmen müssen.
... und die Entlohnung
Bereits das nächste Signal im März 2009 sorgte aber zumindest für eine kleine Entlohnung. Der Trader stieg bei 58,66 Euro ein und hätte etwa 30% „mitnehmen" können.
Aktuell ist das System seit einem Kurs von 86,81 Euro long bzw. hat am 4. März ein Kaufsignal generiert. Da der Kurs über dem 256-Tage-GD liegt (grüner Verlauf) mess ich diesem Signal eine gewisse Bedeutung bei...
Fazit: Der Buy-and-Hold-Investor, der im sommer 2006 in die Allianz-Aktie eingestiegen ist, liegt immer noch 20% im Minus. Der Trader dagegen dürfte - je nach Anlage-Mentalität und Ausstiegsstrategie - mit der Allianz-Aktie dagegen im Plus liegen. Aber natürlich: Der Buy-and-Hold-Kollege hat keine bis wenig Zeit in die Aktien-Analyse gesteckt. Der Trader dagegen beschäftigte sich (möglicherweise) fast täglich mit der Aktie - zumindest mit einem kurzen Blick auf den Chart.
Dies - den Faktor Zeitaufwand - müssen Sie natürlich auch bedenken. Wenn Ihnen die Analyse Spaß macht (wie mir), dann ist dieser Faktor natürlich zu vernachlässigen.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von werner Obermueller (30.03. 2010 18:22 Uhr):
Dumm – Dümmer – am Dümmsten Der Dow fällt 20 Punkte, der Dax fällt 2 Punkte, der Dow steigt 2 Punkte der Dax steigt 12 Punkte So kann derzeit der Aktienhandel in Deutschland bezeichnet werden. Ich weiß nicht wer sich da spielt, jedenfalls sind es die großen, die den Kurs nach oben treiben. Und die Analysten, die ja von den Banken gestellt werden, spielen mit. Fundamental? Nichts zu holen, denn bei genauer Sichtung der Unternehmenszahlen zeigt sich, dass die Gewinne die derzeit ausgewiesen werden, sich hauptsächlich aus der Auflösung von Wertberichtigungen und Rückstellungen ergeben. Das ewige Spiel: wenn ein Unternehmen schon ein Minus ausweisen muss, dann ein ordentliches, da wird alles ausgemistet, und Vorsorge für das kommende Jahr getroffen, denn – wie menschlich- der Vorstand will ja zeigen wie gut er ist, wie er perfekt die Krise meistert, letztlich geht es ja um sein Gehalt, seine Bonis. Und der kleine Trader, der Anleger wird von der vermeintlichen guten Börsenstimmung angesteckt und investiert in die Fonds. Wenn die Badewanne wieder voll ist, zieht einer der Großen den Stöpsel und schwups sind die Kurse im Keller, denn wirklich massiv investiert sind die Großen ja nicht. Das ewige Spiel, und die Dummen sind wie immer die Kleinanleger, denn die vertrauen ja darauf was die Analysten predigen. Jeder der in den letzten Wochen in den USA war, weiß, dass von einer Konjunkturbelebung weit und breit nichts zu sehen ist. Wie kann sich die Wirtschaft erholen, wenn die Zahl der Arbeitslosen ständig steigt, wenn die Steuern überall erhöht werden. Nur ein kurzes Nachdenken, und man erkennt, wie dumm wir doch alle sind, und uns blenden lassen
Antworten - Kommentar von Rübezahl (30.03. 2010 19:51 Uhr):
Lieber Herr Firley, bevor Sie mit den Chartanalysen fortfahren, wären noch einige weitere Informationen zu Ihrem (Noch-nicht-)System interessant, wenn auch nur in einem Satz mit der Bemerkung, dass Sie später darauf zurückkommen werden. * Sie haben schon erwähnt, dass Sie auch Charttechnik berücksichtigen. * Haben Sie eigentlich auch einen anfänglichen Stop-Loss? * Und wie bestimmen Sie die Positionsgröße? Herzlichen Dank und liebe Grüße, Rübezahl
Antworten- Antwort von Tom Firley (31.03. 2010 12:12 Uhr):
Bei der anfänglichen Position habe ich immer einen Stopp Loss etwa 10% unter Einstieg. In "schwierigen" Märkten und bei entsprechenden Signalen steige ich auch schon vorher aus. Die Positionsgröße hängt von der Stärke des Signals und der Börsenphase ab. Im März letzten Jahres war die anfängliche Position eher klein und wurde bei steigenden Kursen ausgebaut Viele GRüße Tom Firley
- Antwort von Tom Firley (31.03. 2010 12:12 Uhr):

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