Chart E.on mit Firley-Indikator kurzfristig
Tom Firley in Investors Daily
vom 11. Oktober 2011, 18:00 Uhr
ENL5454
Im unteren Chartteil sehen Sie den Firley kurz-Indikator. Für technisch Interessierte: Dieser Indikator baut auf dem MACD-Konzept auf und kombiniert drei GDs (256-Tage, 20 Tage und 60 Tage als Trigger). Grüne Dreiecke sind Kauf-Hinweise, Doppel-Balken sind Verkaufshinweise.
Chart E.on mit Firley-Indikator kurzfristig
Ziel dieses Indikators: Mögliche Trends früher zu erkennen als der „schwerfälligere" 256-Tage-GD.
Vorteil: Aufgrund der Trendwechsel-Anzeige liefert der Firley kurz gute Kauf-Hinweise, als auch (darauf kommt es an) Warn-Hinweise.
Manko dieses Indikators: Mehr Fehlsignale, die in den meisten Fällen schlussendlich zu Nullsummenspielen führen (wie gesagt, dies kommt auch auf die Stopp-Strategie an).
Wie Sie sehen, generierte dieser Indikator kürzlich ein Kauf-Signal, bei 16,20 Euro.
Daneben konnte der Kurs der E.on-Aktie wieder in den seit August 2009 (!) konstruierbaren Abwärtstrendkanal eintauchen.
Eintauchen in den Abwärtskanal
Per se ist dieses Eintauchen in einen Abwärtstrendkanal nicht gerade das Brüller-Signal. Aber betrachten Sie bitte noch einmal den Chart und sprechen wir einmal nicht charttechnisch, sondern rekapitulieren wir, was wir sehen:
Seit August 2009 ging es zunächst seitwärts, dann lange Zeit abwärts. Im August diesen Jahres durchbrach der E.on-Kurs den roten Abwärtstrendkanal nach unten; das bedeutet die Abwärtstfahrt wurde noch beschleunigt... die Chart-Situation wurde schlechter als schlecht. Nach einer - wenn auch abwechslungsreichen - Konsolidierung, drehte der Kurs wieder nach oben. Aus schlecht wird weniger schlecht. Und das ist erst einmal ein positives Zeichen.
Ein weiterer Mini-Hinweis: Der Kurs bewegt sich (von unten) in Richtung des Tiefs vom März 2009 bei 18,19 Euro. Falls dieses Niveau überschritten wird, erhält der Kauf-Hinweis eine (weitere) Bestätigung.
So, die technische Arbeit ist damit weitgehend fertig. Ein Blick auf das Volumen oder den Money Flow Index (der Kurs und Volumen kombiniert) kann sicherlich nicht schaden.
Für einen Kauf müsste jetzt noch ein kurzer Blick auf die fundamentale Situation erfolgen.
Das auch noch?
Sagen wir mal so: Wie lange bräuchten Sie um die charttechnische Situation, die ich Ihnen gerade beschrieben habe, zu erfassen? Als Anfänger dauert das sicherlich etwas länger. Wenn Sie mit der Charttechnik vertraut sind, geht das schon wesentlich schneller.
Und wenn Sie es gewohnt sind, in der Woche mehrere Hundert Charts zu betrachten, dann geht dies wirklich ganz schnell... (wichtiges Werkzeug für mich ist hierbei meine Software, in der ich eine Chartschau mit unzähligen Aktien und natürlich allen für mich relevanten Informationen einrichten kann... ein Klick eine Aktie... bevor Sie mich nach der Software fragen: Ich nutze die kostenpflichtige Software Market Maker)
Zuerst Fundamental oder Charttechnik
Was kommt zuerst? Die Charttechnik oder die Fundamental-Analyse?
Klare Antwort: Das kommt darauf an...
Meistens fallen mir zuerst charttechnische Besonderheiten auf. Bei vielen Dax-Aktien wissen wir ja in der Regel, wo fundamentale Stolpersteine sein könnten, auch bei E.on. Allerdings kann ich Ihnen - das gebe ich zu - nicht ad hoc zu jedem S-DAX-Wert die fundamentale Story liefern. Das bedeutet also: Finde ich eine interessante charttechnische (mittelfristige) Konstellation bei einer Aktie, die nach KAUFEN schreit, dann schaue ich mir ein paar Fundamentaldaten und die letzten Nachrichten zu diesem Wert. Und wenn meine Kollegen aus dem Investor-Verlag bereits etwas dazu geschrieben haben, umso besser.
Doch ab und zu hört man ja auch von dem ein oder anderen exotischen Wert... momentan vornehmlich aus den Bereichen Emerging Markets und Edelmetall-Aktien. Bevor ich mich hier an eine Chartanalyse mache, versuche ich ein paar „Fundamentals" herauszufinden.
Oder ich rufe Miriam (Kraus) an...
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
