Charakter versus Windbeutel
J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom 9. März 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
*** Historisch sind dem amerikanischen Mittelstand zwei Wege offengeblieben...Eignerschaft an profitablen Unternehmen... entweder durch Selbständigkeit...oder -- mehr noch als in Deutschland -- durch Investment in Aktien und Anleihen.
Und die Minimalisierung der Steuerlast - des größten einzelnen Kostenpunkts im täglichen Leben.
(Diese Notwendigkeiten erfordern etwa ebensoviel Planung wie die Selektion von Bade- und Skiurlaubsorten für den mitteleuropäischen Mittelstand.)
Und da wundern sich die Kommentatoren, warum die US Wähler gegen den Kandidaten stimmen, der größere Steuerlasten garantiert? Und mit Parolen hausieren geht, die mit den wirtschaftlichen Erfahrungswerten und Marktgesetzen im krassen Widerspruch stehen?
***Letztendlich lässt sich vielleicht feststellen, dass die Kandidatur eines Politikers wenig erfolgversprechend ist, wenn er sein Profil (dem Abdruck einer Vibram-Sohle im Schnee gleich) ausschließlich durch seinen jeweiligen Gegner definieren lässt.
Denken wir an die historische Wahl „Bush gegen Kerry" zurück.
In den Primaries siegte Kerry, weil er nicht der groteske Howard Dean war. Und als es um die Wurst ging, half es nicht, dass sich seine philosophische Plattform auf "Ich bin nicht Bush" reduzieren ließ.
Dies summierte die Kernentscheidung auf Charakter versus Windbeutel.
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