Chance oder Risiko? Der Markt erwartet eine Rezession...
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 22. August 2011, 17:00 Uhr
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Die Medien sind voll damit. Neue Rezessionsängste gehen nun endgültig um.
Die Financial Times Deutschland etwa schreibt in ihrem Artikel "Weltkonjunktur: Experten erwarten Rezession":
"Wegen der Entwicklung am Markt für US-Staatsanleihen geht Bill Gross , Chef des weltgrößten Anleihehändlers Pimco, von einer anstehenden Rezession in den USA aus. Diese zeige sich in den niedrigen Renditen, sagte Gross der Nachrichtenagentur Reuters. Die Rally bei den Treasuries "signalisiere nicht nur die Möglichkeit, sondern viel mehr die sehr hohe Wahrscheinlichkeit einer Rezession", führte Gross weiter aus. "Es wird zunehmend deutlich, dass die Möglichkeiten der Politik begrenzt sind und sich das Wirtschaftswachstum abschwächt", sagte Gross Reuters."
Und auch weitere Medien, wie z.B. die FAZ, stimmen einen ähnlichen Gesang an. In ihrem Artikel "Euro-Krise: Langsam wird es brenzlig", schreibt die FAZ unmissverständlich:
Angst regiert von New York bis Frankfurt, jegliche Gelassenheit ist verflogen. Die Kursen der Aktien und Anleihen hüpfen fast so nervös auf und nieder wie nach dem Attentat auf das New Yorker World Trade Center vor zehn Jahren. „Diese dramatische Volatilität ist ein Zeichen für extreme Unsicherheit“, sagt der britische Stanford-Professor Nicholas Bloom. Ein anderer Indikator ist die Häufigkeit des Wortes „Unsicherheit“ in Presseberichten: Die ist so hoch wie lange nicht, so Bloom.
Die Unsicherheit hat spürbare Folgen: Bloom hat 16 sogenannte Unsicherheits-Schocks an den Kapitalmärkten untersucht von der Kuba-Krise über die Ermordung John F. Kennedys bis zu den Golfkriegen, der Finanzkrise und jetzt dem Staatsschulden-Drama. „Eines lässt sich mit Sicherheit sagen, die Schocks führen zu schweren kurzfristigen Rezessionen.“ Während die Kapitalmärkte ihr Tief gewöhnlich sechs bis acht Wochen nach dem Schock erreichen, erholen sich die Volkswirtschaften nach neun bis zwölf Monaten.
Steht nun also der große Ärger an?
Um es kurz und klar zu machen: Ich halte den Eintritt einer Rezession nicht für unwahrscheinlich. Aber ich sehe hierin nicht das "Ende der Welt". Die Rezession braucht nur geringer auszufallen als vielerorts voller Sorge bereits eingepreist wird, und schon ziehen die Kurse wieder nach oben.
Generell gilt natürlich, dass Aktienkurse durch Gewinnwachstum bzw. dessen Erwartung steigen. Aber nur weil vielleicht fundamental eine Rezession eintritt, bedeutet das nicht, dass es keine Firmen gibt, die trotzdem Gewinne schreiben, auch wenn viele Firmen leiden.
Viel mehr trennt sich in einer Rezession eben die Spreu vom Weizen und als Investor müssen Sie damit doppelt genau hinsehen. Was ich damit sagen möchte ist, dass Sie auch in einer Rezession an der Börse Geld verdienen können. Statt Pessimismus empfiehlt sich also viel mehr ein verstärkter Ehrgeiz im aktiven Auswählen und Untersuchen der eigenen Investments und eben auch ab und an der ein oder andere Leerverkauf, denn nirgends steht ja das absolute Gesetz in Stein gemeiselt, dass man an der Börse nur von steigenden Kurse profitieren dürfte.
Sollten Sie hierzu Fragen haben oder mehr Details wünschen, können Sie mir natürlich auch gerne schreiben und ich werde hier einige dieser Punkte näher ausführen. Rezessionen sind als Anleger durchaus bewältigbar. Es braucht dafür nur etwas Übung, Geduld, Ehrgeiz und ein wenig Fachwissen.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die Woche.
Herzliche Grüße, Ihr
Klaus Buhl
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