Calendar Spreads verwalten: Rolling
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Optionen und Optionsscheine
vom 14. Juli 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
Hallo liebe Leser,
ich freue mich sehr, Sie auch heute wieder zu den Optionsstrategien begrüßen zu dürfen. Wir beschäftigen uns nach wir vor mit den Calendar Spreads. Genauer: in den letzten Ausgaben haben wir uns ausführlich angesehen, wie ein Calendar Spread mittels Scalping verwaltet wird.
Ab heute wollen wir auf die zweite Möglichkeit der Verwaltung eines Calendar Spreads eingehen: auf das Rolling!
Das Risikoprofil macht den Unterschied
Das Rolling, als Strategie zur Verwaltung eines Calendar Spreads, ist eine solche, die zumeist von professionellen Tradern oder Market Makern eingesetzt wird. Nicht etwa, weil die Methode besonders kompliziert wäre, sondern weil bei dieser Strategie ein anderes Risikoprofil vorliegt.
Was ich damit sagen will...
Die Calendar Spreads sind grundsätzlich einmal, eine income-generating-Strategie! Im Normalfall setzt unser Trader bei dieser Strategie auf geringe Schwankungen und seinen täglichen Theta-Gewinn. Damit ist das Risikoprofil unseres Durchschnitts-Traders schon vorgestellt: eher konservativ. Unser Trader ist also zufrieden damit, bei kleinem Risiko, kleine Theta-Gewinne zu realisieren.
Aufgrund dieser eher risikoärmeren Erwartungshaltung, ist es üblich im Vergleich geringe Laufzeiten zu wählen. Also: eine 2-Monats-Option zu kaufen und 1-Monats-Option zu verkaufen.
Dies bedeutet, einen kürzeren Zeithorizont, dessen Vorteil darin besteht, sozusagen weniger Zeit zur Verfügung zu stellen, in der unerwartete Bewegungen vorkommen können. Oder um es mit anderen Worten zu sagen: die Wahrscheinlichkeit sehr starker Schwankungen ist während eines kürzeren Zeithorizonts natürlich geringer.
Anders ist das, wenn ein Trader eine Calendar-Spread-Rolling-Strategie verfolgen möchte.
Calendar-Spread-Rolling: Voraussetzungen
Der signifikante Unterschied zwischen der "normalen" Calendar-Spread-Strategie und der "Calendar-Spread-Rolling-Strategie", liegt im Zeithorizont begründet. Denn, wenn es um eine Rolling-Strategie geht, wird der Trader einen wesentlich längeren Zeitraum für seine Option mit längerer Laufzeit wählen.
Also anstelle eines Kaufs einer 2-Monats-Option, wählt der Trader beispielsweise den Kauf einer 6-Monats-Option, bei gleichzeitigem Verkauf einer 1-Monats-Option
Also zum Beispiel:
Verkauf August Call auf Aktie X
Kauf Dezember Call auf Aktie X
Warum geht ein Trader diese Strategie ein?
Die einfache Antwort lautet: weil der Trader seine Short-Option Monat für Monat in den jeweils nächsten Monat rollen kann!
So viel einmal zur Einführung. In den kommenden Ausgaben werden wir uns ansehen, wie diese Strategie funktioniert, wie man von dieser Strategie profitieren kann und wann man aufpassen muss.
Ich verabschiede mich damit für heute und wünsche Ihnen noch einen schönen sonnigen Sommertag!
Liebe Grüße und bis nächsten Freitag
Ihre Miriam Kraus
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