Calendar Spreads verwalten: die Vola traden XII/ Short-Calendar
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 22. September 2010, 12:00 Uhr
ENL5454
Hallo liebe Leser,
ich freue mich sehr, Sie auch heute wieder zu den Optionsstrategien begrüßen zu dürfen. In den letzten Ausgaben haben wir uns mit den verschiedenen Möglichkeiten um einen Calendar Spread zu verwalten beschäftigt. Zunächst das Scalping, dann das Rolling und schließlich der Vola-Trade.
Aber, um mit Hilfe eines Calendar Spreads von Vola-Veränderungen zu profitieren gibt es noch eine weitere Möglichkeit. Bislang haben wir in unseren Beispielen immer die kurze Option (also die Option mit der kürzeren Restlaufzeit) verkauft und die lange Option (also jene mit längerer Restlaufzeit) gekauft. Dies, unter der Annahme einer höheren Volatilität der kürzeren Option, im Vergleich zur längeren Option. Doch es geht auch anders...
Die kurze Option kaufen und die lange Option verkaufen
Wenn eine Option mit kürzerer Restlaufzeit eine geringere Volatilität aufweist, als eine Option mit längerer Restlaufzeit auf das gleiche Underlying (und mit den ansonsten gleichen Parametern), kann es durchaus Sinn machen, den Trade einmal umzukehren und die kurze Option zu kaufen, während die lange Option verkauft wird.
Doch diesem Vorgehen liegt eine gänzlich andere Erwartungshaltung zugrunde...
Die Griechen
Bei einem solchen "umgekehrten Calendar Spread" verhalten sich die Griechen im Grund genau umgekehrt, wie im Falle unseres "normalen" Calendar Spreads.
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Vega
Während es sich beim normalen Calendar Spread um einen Long-Vega-Trade handelt, ist es im umgekehrten Fall ein Short-Vega-Trade, man könnte also sagen, es handelt sich um einen Short-Calendar-Spread. Während im Normalfall die Gesamtposition vom Anstieg der Volatilitäten profitiert, verhält es sich hier genau umgekehrt: die Gesamtposition gewinnt durch den Rückgang der Volatilitäten.
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Theta
Besonderes Augenmerk muss auch auf das Theta gerichtet werden. Beim normalen Calendar Spread haben wir es mit einem positiven Theta zu tun, das heißt, die Gesamtposition legt zu, wenn die Zeit vergeht. Beim Short Calendar dagegen ist das Theta der Gesamtposition negativ. Das bedeutet, dass die Position im Grunde jeden Tag an Wert verliert.
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Gamma
Dagegen ist das Gamma des Short-Calendar, im Gegensatz zum Long-Calendar, positiv. Das heißt, das Aktienkursbewegungen sich eigentlich positiv auf die Gesamtposition auswirken.
Hohes Theta-Risiko
Sie erkennen jetzt sicher, dass der Short-Calendar eine Position ist, die viele Risiken und Unwägbarkeiten in sich birgt. Ein großes Risiko bedeutet das negative Theta, welches einen täglichen Verlust auf die Gesamtposition bedeutet, der erst einmal ausgeglichen werden will.
Erwartungshaltung
Generell profitiert die Gesamtposition von einem Rückgang der Volatilitäten beider Optionen. Dies dürfte in der Realität allerdings nicht so einfach vorkommen. Stattdessen richtet sich die Erwartungshaltung hier eigentlich eher auf einen Anstieg der Volatilität der kurzen Option, bei entweder gleich bleibender oder sinkender Volatilität der langen Option.
So viel einmal zur Einführung, liebe Leser. Am kommenden Freitag geht es weiter mit dem Short-Calendar und einer Beispielposition zu dieser Strategie. Außerdem wollen wir uns noch ansehen, wie es zu solchen unterschiedlichen Volatilitäten in der Realität überhaupt kommen kann.
Damit verabschiede ich mich für heute und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag...
Liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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