Calendar Spreads verwalten: die Vola traden VIII
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 8. September 2010, 12:00 Uhr
ENL5454
Hallo liebe Leser,
und herzlich Willkommen zu einem weiteren Beitrag aus den Optionsstrategien. Nach wie vor beschäftigen wir uns mit der dritten Möglichkeit um einen Calendar Spread zu managen: wir traden die Vola.
Zunächst noch einmal unsere Beispielposition:
Verkauf 20er Charge 60er Call auf Aktie X mit Restlaufzeit 30 Tagen (September-Call)
(implizite Volatilität bei 40%) zu 5.077,91 Euro
Kauf 20er Charge 60er Call auf Aktie X mit Restlaufzeit 90 Tagen (November-Call)
(impliziter Volatilität bei 35%) zu 7.888,17 Euro
Aktie X notiert bei 59,60 Euro
1 Option repräsentiert 100 Aktien
| Delta | + 0,04 |
| Gamma | - 0, 595 |
| Theta | + 0,456 |
| Vega | + 0,996 |
| Rho | + 0,866 |
| Einzeloption | Vega |
| Short 20er Charge 60er Call auf Aktie X(30 Tage); Volatilität: 40% | - 1,364 |
| Long 20er Charge 60er Call auf Aktie X (90 Tage); Volatilität: 35% | + 2,36 |
In der letzten Ausgabe vom vergangenen Freitag haben wir uns mit der zugrunde liegenden Erwartungshaltung beschäftigt und wann dieser Trade zu einem Erfolg führt. Dies ist der Fall, wenn die Vola der kurzen Option fällt, während die Vola der langen Option unverändert bleibt oder steigt.
Doch natürlich bestehen auch hier Risiken, wenn es um die Vola-Szenarien geht.
Risiko Nr. 1
Wenn die Vola der kurzen Option steigt, während die Vola der langen Option unverändert bleibt!
In diesem Fall wird der Trade schnell zu einem Verlust. Denn bei jedem Prozentpunkt an Vola-Anstieg der kurzen Option entsteht ein Verlust von (Vega: -1,364 [x100]) 136,40 Euro.
Risiko Nr. 2
Wenn die Vola der kurzen Option fällt, während die Vola der langen Option ebenfalls fällt!
Auch in diesem Szenario kann die Gesamtposition im Verlust enden. Denn unser Trader generiert zwar Gewinne auf die kurze Option (mit ihrem negativen Vega), muss aber Verluste auf die lange Option (mit ihrem positiven Vega) hinnehmen. Im Endeffekt kommt es hierbei darauf an, wie stark die Vola der langen November-Option fällt. Betrachten Sie noch einmal die beiden Vegas der Optionen. Das Vega der kurzen Option (September) liegt bei (-)1,364, das Vega der langen Option (November) liegt bei (+) 2,36 und weist damit einen fast doppelt so hohen Zahlenwert auf. Im Groben kann man also folgendes sagen: fällt die Vola der September-Option um 2 Prozentpunkte, dann genügt ein Rückgang der Vola der November-Option um wenig mehr als 1 Prozentpunkt, um den gesamten Trade in die Verlustzone zu schicken.
Risiko Nr. 3
Das Worst Case Szenario wäre natürlich ein Anstieg der Vola der kurzen Option, bei gleichzeitigem Rückgang der Vola der langen Option.
In diesem Fall verliert unser Trader gleich auf beiden Fronten. Ein Rückgang der Volatilität der langen Option um einen Prozentpunkt bedeutet einen Verlust von 236 Euro. Ein gleichzeitiger Anstieg der Volatilität der kurzen Option um einen Prozentpunkt bedeutet einen zusätzlichen Verlust von 136,40 Euro.
Es gilt also auf vieles aufzupassen...am Freitag mehr...
Damit verabschiede ich mich für heute, liebe Leser, und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag!
Liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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