Calendar Spreads verwalten: die Vola traden III
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Optionen und Optionsscheine
vom 20. August 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
Hallo liebe Leser,
ich freue mich sehr, Sie auch heute wieder zu den Optionsstrategien begrüßen zu dürfen. Nach wie vor beschäftigen wir uns mit der dritten Möglichkeit (nach dem Scalping und dem Rolling) einen Calendar Spread zu managen: die Vola traden!
In der letzten Ausgabe haben wir uns mit der diesbezüglichen Erwartungshaltung des Traders beschäftigt. Es geht hierbei vereinfacht gesagt darum, auf die Terminstruktur der Volatilitäten zu setzen.
In unserem Beispiel, soll eine Option mit kürzerer Restlaufzeit eine etwas höhere Volatilität aufweisen, als die Option mit längerer Restlaufzeit. Wenn unser Trader nun davon ausgehen kann, dass keine starken Aktienkursschwankungen zu erwarten sind, also kein Anstieg der Volatilität, dann kann er nun darauf setzen, dass die höhere Volatilität sinkt, auf das Level der niedrigeren Vola der anderen Option.
So weit, so gut, beginnen wir heute mit einem richtigen Beispiel für solch einen Trade:
Nutzen wir folgende Beispieldaten:
Aktie X notiert bei 59,60 Euro
1 Option repräsentiert 100 Aktien
Verkauf 20er Charge 60er Call auf Aktie X mit Restlaufzeit 30 Tagen (September-Call)
und impliziter Volatilität bei 40%
+
Kauf 20er Charge 60er Call auf Aktie X mit Restlaufzeit 90 Tagen (November-Call)
und impliziter Volatilität bei 35%
Der Short-Call weist unter diesen Voraussetzungen einen Wert von 5.077,91 Euro auf.
Der Wert des Long-Calls beträgt 7.888,17 Euro.
Alles in allem, hat unser Trader also (7.888,17 - 5.077,91) 2.810,26 Euro für diese Position ausgegeben.
Wir wissen nun, dass unser Trader auf einen Rückgang der Volatilität bei der kurzen Option, also beim September-Call wartet. Denn dann verliert der Short-Call an Wert, wovon unser Trader profitiert.
Worin bestehen nun die Risiken?
Nun, zum einen natürlich im negativen Gamma, also wenn sich der Aktienkurs unerwünscht stark bewegt. Zum anderen besteht aber auch ein Risiko, wenn die Volatilität des September-Calls steigt, anstatt zu sinken. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass die Volatilität des November-Calls ebenfalls sinkt. Mit anderen Worten: unser Trader baut insbesondere darauf, dass sich die September-Vola unabhängig von der November-Vola bewegt.
Dies werden wir uns im folgenden noch genau, anhand der Beispielposition, ansehen.
Damit verabschiede ich mich für heute, liebe Leser und wünsche Ihnen ein schönes, sonniges und erholsames Wochenende.
Liebe Grüße und bis nächsten Mittwoch
Ihre Miriam Kraus
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