Calendar Spreads verwalten: die Vola traden II
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Optionen und Optionsscheine
vom 18. August 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
Hallo liebe Leser,
ich freue mich sehr Sie auch heute wieder zu den Optionsstrategien begrüßen zu dürfen. Nach wie vor beschäftigen wir uns mit den Möglichkeiten um einen Calendar Spread zu verwalten. Nach dem Scalping und dem Rolling haben wir in der letzten Ausgabe vom vergangenen Freitag damit begonnen, uns mit der dritten Variante, "die Vola traden", auseinander zu setzen.
Hierbei ist zunächst ein genaues Studium der impliziten Volatilität vonnöten. Nun weisen Optionen mit unterschiedlichen Laufzeiten, die sich aber ansonsten auf das gleiche Underlying beziehen, mit den gleichen Parametern, durchaus Unterschiede in ihrer impliziten Volatilität auf. Dies können geringe Abweichungen sein oder auch stärkere. (mit der "Terminstruktur" der unterschiedlichen Volas werden wir uns noch im folgenden beschäftigen - für heute soll es einmal genügen, dass es Unterschiede gibt)
Stellen wir uns nun also unseren Beispiel-Trader vor, der sich die impliziten Volas der Optionen mit unterschiedlichen Laufzeiten ansieht:
Nehmen wir an, er stellt fest, dass die Option auf Aktie X (Strike 50 Euro) mit 30 Tagen Restlaufzeit eine höhere implizite Volatilität aufweist, als die Option auf Aktie X ( Strike 50 Euro) mit 90 Tagen Restlaufzeit. Nehmen wir an die kürzere Option weist eine implizite Volatilität von 40% auf, während die längere Option eine implizite Volatilität von 35% aufweist.
Erwartungshaltung bestätigen
Bevor unser Trader nun loslegt informiert er sich allerdings noch über die Nachrichtenlage. Er findet nichts Besonderes und geht nun davon aus, dass kein Risiko für eine plötzliche starke Bewegung besteht. Das ist wichtig, denn, wie ich schon in der letzten Ausgabe erklärt habe, setzt unser Trader mit diesem Trade darauf, dass die Volatilität der kürzeren Option (also der Option mit der höheren impliziten Volatilität) sinkt. Nachdem er seine Erwartungshaltung bestätigt hat (also davon ausgehen kann, dass keine starken Aktienkursschwankungen auftreten werden, somit also kein Anstieg der impliziten Volatilität zu erwarten ist) geht er die Position ein.
Hier ein Beispiel:
Verkauf 50er September-Call auf Aktie X (Restlaufzeit 30 Tage) zu 5 Euro
implizite Volatilität bei 40%
Kauf 50er November-Call auf Aktie X (Restlaufzeit 90 Tage) zu 9 Euro
implizite Volatilität bei 35%
Wenn unser Trader diese Gesamtposition eingeht, dann bedeutet das, er wettet im Grunde darauf, dass die implizite Volatilität des September-Calls bis auf um die 35% (also bis zu dem Wert den die November-Call-Vola aufweist) absinkt.
So viel mal für heute, liebe Leser. In der nächsten Ausgabe am kommenden Freitag wollen wir uns dann mit den generellen Risiken dieses Trades beschäftigen und uns schließlich anhand eines Beispiels auch die Griechen ansehen. Denn diese, insbesondere das Vega, sind für diesen Trade sehr wichtig.
Damit verabschiede ich mich für und wünsche Ihnen noch einen schönen, erholsamen Tag...
Liebe Grüße und bis nächsten Freitag
Ihre Miriam Kraus
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