Calendar Spreads verwalten: die Vola traden
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Optionen und Optionsscheine
vom 13. August 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
Hallo liebe Leser,
ich freue mich sehr, Sie auch heute wieder zu den Optionsstrategien begrüßen zu dürfen. Wir beschäftigen uns nach wie vor mit den Calendar Spreads, genauer, wir beschäftigen uns mit den verschiedenen Möglichkeiten einen Calendar Spread zu verwalten.
Bis jetzt haben wir ausführlich zwei, der drei Varianten, die ich Ihnen insgesamt vorstellen möchte, abgehandelt: das Scalping und das Rolling!
Heute wollen wir nun mit der dritten Variante beginnen, um einen Calendar Spread zu managen:
Die Vola traden
Im Grunde versuchen Trader, die einen Calendar Spread eingehen, mit Hilfe von Theta an ihrer Position zu verdienen. Es handelt sich somit um eine income generating strategy. Doch, die Struktur der Terminkurve von Volatilität kann noch zu einer weiteren Vorgehensweise einladen. Nämlich dazu, die Volatilität zu traden, sofern es Unterschiede bei den Volatilitäten der einzelnen Optionen mit unterschiedlicher Laufzeit gibt.
Das Vorgehen ist hierbei, den "günstigeren" (in Abhängigkeit von der iV, nicht in Abhängigkeit vom absoluten Preis zu verstehen) Monat zu kaufen und die "teurere" Option mit anderer Laufzeit zu verkaufen.
Wenn also beispielsweise ein at the money-Call mit Laufzeit bis Oktober eine Volatilität von, sagen wir einmal, 40 % aufweist und der at the money-Call mit Laufzeit bis Januar eine Volatilität von 30%, dann verkauft unser Trader in diesem Fall also den Oktober-Call mit der höheren impliziten Vola und kauft dagegen den Januar-Call mit der geringeren impliziten Volatilität.
Klingt an sich erst einmal ganz einfach, nicht wahr?! Doch, wie so oft, so einfach wie es manchmal scheint, ist es nicht wirklich.
Tatsächlich stecken hier eine ganze Reihe an Überlegungen dahinter. Zum Beispiel muss sich unser Trader zunächst einmal ganz sicher sein, dass seine Vola-Angaben auch korrekt sind. Zweitens kommt es insbesondere auf die Erwartungshaltung des Traders bezüglich der Schwankungsintensität des Aktienkurses an. Zudem ist auch hier wieder eine genaue Betrachtung der Griechen erforderlich. Und zwar nicht nur der Griechen für den Spread, sondern auch der einzelnen Griechen für die beiden Optionen. Hier kommt es dann natürlich vor allem auf das Vega an.
Die Erwartungshaltung
Um zu verstehen, um was es bei diesem Trade eigentlich geht, müssen wir uns die Erwartungshaltung unseres Beispiel-Traders genauer ansehen.
Unser Trader verkauft die Option mit der höheren impliziten Volatilität (in unserem Fall also die Oktober-Option). Das bedeutet, dass unser Trader im Grunde darauf setzt, dass die Volatilität dieser Option sinkt. Aber - und das ist wichtig - gleichzeitig sollte die Volatilität der anderen Option (also jener mit der geringeren Volatilität) zumindest gleich bleiben. Sinkt nämlich auch die Volatilität der Option mit der geringeren Volatilität (in unserem Fall also die Januar-Option), dann kann der Trade genauso zu einem Verlust führen, wie wenn die Volatilität der Option mit höherer Volatilität (in unserem Fall also die Oktober-Option) steigt.
So viel mal für den Anfang, liebe Leser!
Im folgenden werden wir uns natürlich alle möglichen Szenarien, Chancen und Gefahren dieser Strategie ganz genau ansehen. Am kommenden Mittwoch geht es dann los...
Ich verabschiede mich damit für heute und wünsche Ihnen noch ein schönes, erholsames und sonniges Wochenende!
Liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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