CAC 40: Rezession in Frankreich eingepreist
Andreas Wolf in DAX Daily
vom 4. August 2008, 08:00 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
auf der Suche nach attraktiven Anlagealternativen zum deutschen Aktienmarkt fällt der Blick vieler Investoren frühzeitig auf die direkten Nachbarn Deutschlands. Frankreich als die zweitgrößte Wirtschaft des europäischen Kontinents lässt hinsichtlich der Entwicklung der Aktienkurse auf den ersten Blick wenig hoffnungsvollere Entwicklungen erkennen als Deutschland, dennoch gibt es einige Unterschiede. Die Krise am Immobilienmarkt in den USA trifft die Franzosen ähnlich wie die Spanier härter als die Deutschen, weil auch in Frankreich ein größerer Teil der Bevölkerung ein Eigenheim besitzt. Während also die realwirtschaftliche Entwicklung bestenfalls mit leichten Wachstumsraten aufwartete, konnten die Franzosen mit dem Boom am Immobilienmarkt ihren Wohlstand zumindest vordergründig vermehren. Der Einbruch am Immobilienmarkt wirkt in Frankreich deshalb ähnlich wie in den USA. Die Verbraucher schränken sich wegen der gestiegenen Lebenshaltungs- und Rohstoffkosten stärker ein und bringen so vor allem die Konsumunternehmen unter Druck.
Anders als die deutsche Regierung hat die Französische in den vermeintlich guten konjunkturellen Jahren kaum ernstzunehmende Sparanstrengungen unternommen. Obwohl mit diversen konjunkturpolitischen Vorschlägen zur Stimmulierung der Wirtschaft nicht gespart wird, bleibt der Handlungspielraum wegen eines zu hohen Haushaltsdefizits doch stark eingeschränkt. Der Aktienmarkt hat sich schon frühzeitig auf die Möglichkeit einer Rezession in der französischen Wirtschaft eingestellt und von seinem Hochpunkt im Sommer vergangenen Jahres rund ein Drittel an Wert verloren. Ein Wendepunkt in der Abwärtsbewegung könnte deshalb früher erreicht werden als in Deutschland.
Der CAC 40, Bluechip-Index in Frankreich, hat nach den Fibonacci-Regeln nahezu 60 Prozent der Gewinne, die er im Zeitraum zwischen 2003 und 2007 erzielt hat, wieder abgegeben. Der untere Rand des aktuellen Konsoldierungstrends und die 61,8prozentige Korrekturmarke nach Fibonacci treffen sich im Bereich um 3.825 Punkte, das restliche Korrekturpotenzial bis zu einem möglichen Wendepunkt beträgt vom aktuellen Kursniveau also noch rund 10 Prozent. Im Vorgriff auf sich eine wieder erholende Weltwirtschaft wird der CAC 40 wahrscheinlich gemeinsam mit den US-Aktienmarkt als eine der ersten Börsen eine nachhaltige Wende einleiten. Die schrumpfenden Unternehmensergebnisse sind zumindest zum größten Teil eingepreist und stellen deshalb kein stärkeres Gefahrenpotenzial für den Markt dar.
