Bushs Immobilienhilfspaket
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 7. August 2008, 07:00 Uhr
ENL5454
Zuerst ein schneller Blick auf die Märkte. Der Dow ist weiter gestiegen, und hat damit seine Rally fortgesetzt. Öl ist weiter gefallen, ebenso Gold.
Vergangene Woche hat George W. Bush das Gesetz zur Unterstützung des Immobilienmarktes unterschrieben - mit dem bis zu 300 Milliarden Dollar dafür ausgegeben werden, dass man naiven Hausbesitzern, niederträchtigen Hypothekenfirmen und den Wall Street Genies eine Finanzspritze gibt. Es ist ein Hilfspaket als Reserve gegen eine Katastrophe.
Wenn alles von nun an in Ordnung geht, dann werden nur hier und da einige Milliarden ausgegeben werden. Wenn die Immobilienpreise auch weiterhin fallen, dann werden sich die Rechnungen jedoch anhäufen. Das Haushaltsbüro des Kongresses nannte eine Wahrscheinlichkeit von 1 zu 20, dass 100 Milliarden Dollar dieses Geldes dafür ausgegeben werden, dass man Hypotheken wieder auf die Beine bringt. Das Gesetz gestattet es der Bundesregierung auch, dass sie den Staaten- und Gemeinderegierungen Geld gibt, damit sie Häuser kaufen können und sie selbst wieder in Ordnung bringen.
Ich bin froh zu sehen, dass die Bundesregierung so entschlossen handelt. Das bestätigt meine Einschätzung meiner Mitmenschen - es sind Idioten, wie ich schon lange gewusst habe. Und es bestätigt auch meine Meinung über die politische Klasse - es sind Gauner und Opportunisten.
Das ist ein Fall, bei dem viele, viele Menschen dumme Dinge getan haben. Die Hausbesitzer haben Häuser gekauft, die sie sich nicht leisten können. Die Kreditgeber haben ihnen das Geld geliehen, das sie dazu brauchten. Und die Investoren haben die Kredite gekauft, als wären es gute Anlagen. Natürlich musste das alles in die Luft gehen.
Das Klügste, was man tun kann, ist, es einfach zuzulassen. So schnell wie möglich. Und es dann hinter sich zu bringen.
Aber Wandel" ist das, was die meisten Leute nicht wollen - nicht dann, wenn es bedeutet, dass man für die vergangenen Fehler bezahlen muss. Und die Hausbesitzer wollen ihre Häuser nicht aufgeben. Die Kreditgeber wollen ihre Geschäfte nicht aufgeben. Und die Investoren wollen kein Geld verlieren. Und deswegen hoffen jetzt alle auf ein Wunder. Und da kommt auch schon der Wunderwirker selbst des Weges - Uncle Sam.
Was es der Bundesregierung möglich macht, Wunder zu vollbringen, ist das, was Ben Bernanke ein kleines bisschen Technik, dass wir Druckerpresse nennen. Mit Hilfe derer können die Regierungsvertreter fast ohne entstehende Kosten neue Dollar in Umlauf bringen."
Wie kommen die Regierungsvertreter an echtes Geld? Sie können es nur den echten Menschen wegnehmen. Letzten Endes sind die Auswirkungen für die Wirtschaft dann Null. Die einzige Möglichkeit, mit der sie zur Gesamtgeldmenge beitragen können, ist, nun, indem sie zur Geldmenge beitragen. Sie müssen das Geld erschaffen - aus dünner Luft. Andernfalls nehmen sie den Leuten, die keine Fehler gemacht haben, ihr Geld weg, um damit zu verhindern, dass diejenigen, die Fehler gemacht haben, gezwungen werden, dafür gerade zu stehen.
Wie ich zuletzt schon sagte, habe ich bislang noch mit keinem Immobilienmakler zu tun gehabt, der angeboten hätte, die Maklergebühren zurückzuzahlen, die er verdient hat, als er den Leuten Häuser verkauft hat, die sie sich nicht leisten konnten. Auch habe ich noch keinen der Typen von der Wall Street gesehen, der seine Prämien zurückgezahlt hätte - ein großer Teil davon wurde verdient, indem man die Leute so tief in die Schulden getrieben hat, dass sie dort niemals wieder herauskommen werden. Diese 300 Milliarden Dollar, die durch den Gesetzesentwurf frei werden, helfen, alles zu vergeben und zu vergessen, indem man jemanden anders dafür bezahlen lässt.
Doch einen Augenblick, die Sache hat noch einen Haken. Wer bezahlt hier eigentlich wirklich? Weil die Amerikaner doch kein Geld mehr haben, suchen die amerikanische Regierung und auch die amerikanischen Verbraucher im Ausland nach Geldmitteln. Jeden Tag verlassen ungefähr 2 Milliarden Dollar die Vereinigten Staaten und enden im Ausland. Aber die amerikanische Regierung und die amerikanische Wirtschaft brauchen dringend Geld, damit sie auch weiterhin über ihre Verhältnisse leben können. Und dieses Gesetz mit einem Umfang von 300 Milliarden Dollar ist nur noch mehr desselben - die Amerikaner geben mehr Geld aus, das sie nicht haben und sie sind damit abhängig von dem Wohlwollen der Menschen aus dem Ausland, auch weiterhin dafür zu bezahlen.
Aber warum verleihen die Ausländer ihr Geld. Warum wollen sie die amerikanischen Dollarkredite, wenn der Dollar in den vergangenen fünf Jahren einen so großen Teil seiner Kaufkraft verloren hat?
Sie machen vermutlich einen großen Fehler, Aber wenn man so viel Geld hat, dann ist es nicht leicht, das Geld zu investieren. Der amerikanische Markt für Schatzanweisungen ist der größte der Welt. Und warum sollte man der amerikanischen Regierung kein Geld leihen wollen? Zumindest kann man sicher sein, dass die Bundesregierung zurückzahlen wird - selbst wenn sie das Geld dazu erst aus dünner Luft zaubern muss.
Und hier ist also der Haken. Es gibt keine Sicherheit, dass der Dollar, den man zurückbekommt, so viel Wert ist, wie der Dollar, den man verliehen hat. Und das ist also der Auslöser der monetären Handgranate aus der Zeit nach Bretton Woods.
Jeden Augenblick könnten die Ausländer auf die Idee kommen, dass die Sicherheit", die sie in den Schatzanleihen suchen, ein Betrug ist... und dass es tatsächlich zu riskant" ist, sie noch zu halten.
Und sie werden dann den Auslöser ziehen und die ganze Sache wird in die Luft fliegen.