Bush oder Kerry
Investors Daily
vom 19. Oktober 2004 18:00 Uhr
ENL5454
*** General Motors baut Autos, weil dieses Unternehmen das so gewohnt ist. Vielleicht hat GM aus purer Notwendigkeit auch ins Finanzierungsgeschäft diversifiziert. Amerika "deindustrialisiert sich", so zahlreiche Schreiberlinge. Daran ist an sich nichts Schlimmes. Die USA werden eine Gesellschaft sein, die denkt, und nicht schwitzt.
Eine Sache, über die GM nachdenken sollte, ist allerdings, wie all die Versprechen gegenüber den eigenen Pensionären gehalten werden können. Der Kapitalismus soll eigentlich ein System sein, in dem die Kapitalisten Geld verdienen, indem sie die Arbeiter ausbeuten. Aber bei GM ist es andersrum. GM emittiert Anleihen, um für seine Arbeiter die Pensionen zahlen zu können. Das erinnert mehr an die amerikanische Regierung als an ein Gewinn machendes Unternehmen.
*** "Nun, wer wird es werden?"
Egal, wohin man geht – als Amerikaner wird einem überall die gleiche Frage gestellt. Die Europäer sind in ihrer überwältigenden Mehrheit gegen Bush. Sie wissen nur wenig von John Kerry, außer der Tatsache, dass er nicht Bush ist, was ihn extrem populär macht. Bei Dinner-Parties, Hochzeiten und Beerdigungen – überall wollen die Leute am liebsten hören, dass Bush bald nicht mehr im Weißen Haus sein wird.
Ich antworte dann immer: "Die Umfragen sagen, dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen werden wird." Aber das ist nicht gut genug.
"Wie könnten die Amerikaner einen solchen Mann wieder wählen, ... etc ... etc.", so geht das Gespräch dann weiter.
Darauf habe ich keine Antwort parat. Ich weiß nicht, wieso die Amerikaner Bush wieder wählen könnten. Andererseits weiß ich auch nicht, wie sie Kerry wählen könnten.