Burger King und Starbucks - Kommt die Kaffee-Allianz zu spät?
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 17. Februar 2010, 14:30 Uhr
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wenn man etwas alleine nicht auf die Reihe kriegt, dann sucht man sich einen Partner, der es kann und hängt sich dran. So geschehen soeben beim Whopper-Spezialisten Burger King. Während die Konkurrenz mit dem Mc vorm Namen nun schon seit einigen Jährchen erfolgreich "in Kaffee und Kuchen macht" und ihre Marke McCafé mit Erfolg in ihren Fast Food-Restaurants etabliert hat, trat Burger King in Sachen Kaffeehaus-Trend bis dato auf der Stelle.
Um dieses verlorene Terrain gegenüber dem Erzrivalen McDonald's wieder gutzumachen, hat sich Burger King jetzt mit der Kaffeehaus-Kette Starbucks verbündet. Ab September werden in 7.250 US-Restaurants die Spezialitäten der Starbucks-Tochter Seattle's Best Coffee ausgeschenkt. Kommt dieser Entschluss nicht vielleicht ein bisschen zu spät? Und vor allem: Kann diese Allianz als "Kopie der McCafé-Idee" mithalten? Das bleibt abzuwarten. Bisher jedenfalls hat Burger King relativ erfolglos versucht, sich mit Sonderaktionen wie besonders billigen Menüs gegen die innovativen Strategien aus dem Hause McDonald´s zu halten.
Mit Kaffee und Bier gegen die Konkurrenz
Nun soll es der "späte Kaffee" also bringen. Und nicht nur das. Bald sollen die Burger King-Kunden in ausgewählten US-Filialen zu ihrem Fastfood auch ein Bier bestellen können. In Deutschland schenkt die Kette schon seit 2004 in ihren selbst geführten Restaurants "Miller Beer" aus, davor gab es vereinzelt regionale Biersorten zu kaufen. Burger King hat also die Waffen geschärft um im Konkurrenzkampf mit McDonald´s wieder Boden gut zu machen. Es wird ein harter Kampf, soviel ist sicher.
Schauen wir aber auch mal auf den Aspekt Starbucks. Auch die Kaffeehaus-Kette hatte in den vergangenen Jahren aufgrund von McCafé mit schwindenden Umsatzzahlen zu kämpfen. Anstatt nun weitere "teure" Filialen aus dem Boden zu stampfen, um an den Kunden dran zu sein, nutzt man das vorhandene Kunden-Potenzial der Fast Food-Kette. Also doch ein cleverer Schachzug? Im Falle Starbucks allemal.
Starbucks blickt in rosarote Zukunft
Und so freut es die Aktionäre von Starbucks, dass man bei der Kaffeehaus-Kette nun wieder optimistisch in die geschäftliche Zukunft blickt. Das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres endete für den Konzern jedenfalls ausgesprochen zufriedenstellend. Am 21. Januar gab´s die Zahlen: Der Gewinn kletterte im Zeitraum Oktober bis Dezember um das Dreifache, auf 242 Mio. Dollar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das war deutlich mehr als Analysten erwartet hatten.
Ein Wehrmutstropfen bleibt die Tatsache, dass der Gewinnanstieg allein auf dem strickten Sparkurs beruht. Der Umsatz konnte mit einem Plus von 4 Prozent nämlich nur mäßig auf 2,7 Mrd. Dollar zulegen. Mehr als 900 Filialen hatte Starbucks in den vergangenen Monaten schließen müssen. Mit der neuen Allianz will man aber nun auch an der "Umsatz-Komponente" feilen. Die Erlöse sollen laut Konzernleitung im Gesamtjahr "im mittleren einstelligen Bereich" zulegen.
Auch die Starbucks-Aktie, welche auch in Deutschland gehandelt wird, konnte im vergangenen Jahr fast um das Dreifache zulegen. Aktuell kostet ein Anteil knapp unter 17 Euro. Das halten die Analysten aktuell für unterbewertet. Die Deutsche Bank sieht den fairen Wert der Aktie bei 30 Euro und hat eine Kaufempfehlung ausgesprochen. JP Morgan-Analysten sehen die Aktie mittelfristig bei 27 Euro und aus dem Hause Sal Oppenheim kam kürzlich eine Kaufempfehlung für Starbucks-Aktien mit einem Kursziel von 30 Euro.
McDonald´s sagt in Island bye bye
Zum Abschluss noch etwas interessantes aus dem Fast-Food-Nähkästchen: Island ist seit Ende des vergangenen Jahres "McConald´s-freie Zone". Die beiden Filialen der US-Fast-Food-Kette in dem Inselstaat im Nordatlantik schlossen zum 1. November 2009 ihre Türen für die heißhunrigen Insulaner. Grund: Die in der Krise deutlich gestiegenen Kosten. Zwar sei McDonald's "noch nie so gut besucht gewesen" wie mit Aufkommen der Krise in Island. Aber die Gewinne waren zugleich nie so klein.
McDonald's musste in Island alle Waren - Fleisch, Gemüse, Käse und sogar die Verpackungen - importieren. Bislang bezogen die Fast-Food-Restaurants ihre Ware den Angaben zufolge aus Deutschland. Nach dem Absturz der Isländischen Krone in Folge der Finanzkrise, die Island besonders stark getroffen hat, hätten sich die Kosten dafür verdoppelt. Nach etwa 16 Jahren ist in Island jetzt Schluss mit der Burger-Schlemmerei.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag.
Ihre
Cindy Bach
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