Bund-Future: Vorauseilender Gehorsam
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Bund-Future
vom 20. Juni 2008, 08:00 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
EZB-Präsident Trichet hat vor rund zwei Wochenmit seiner Ankündigung, zur Bekämpfung der steigenden Inflation die Zinsen leicht anheben zu wollen, nicht nur die Aktienmärkte, sondern auch die Anleihemärkze auf Talfahrt geschickt. Der Bund-Future, der Gradmesser für den Rentenmarkt, repräsentiert die Entwicklung einer 10jährigen Anleihe mit einem Kupon von 6 Prozent. Er kennt bereits seit Mitte März dieses Jahres nur eine Richtung, nämlich die nach unten. Damit spiegelt der Rentenmarkt in einer Art vorauseilenden Gehorsams die Unsicherheit über die Anzahld der Zinserhöhungen wieder. Aktuell hat der Markt ein Anheben des Leitzinses von 4 auf 4,75 Prozent bis zum Ende des Jahres eingepreist. Dies erscheint allerdings eher unwahrscheinlich und stellt eine zu starke Übetreibung dar.
In der nächsten Wochen werden die Märkte von ihrer Ungewissheit erlöst, denn dann findet die nächste Sitzung des EZB-Rates zur Zinsentscheidung statt. Mit Kursen um 110 Prozent ist der Bund-Future auf einem sehr starken Unterstützungsniveau angelangt. Da der Index rund 3,5 Prozent an Wert eingebüßt hat ohne zwischenzeitlich auch nur den Ansatz einer Erholung gestartet zu haben, nimmt die Wahrscheinlichkeit einer stärkeren Gegenbewegung erheblich zu. Ein möglicher Auslöser könnte der begleitende Kommentar der Notenbänker zur Zinsentscheidung sein.
Darin wird das EZB-Gremium den aktuell zu umfassenden Spekulationen um weitere Zinsschritte zunächst einmal ein Ende setzen und lediglich seine Wachsamkeit im Hinblick auf die Inflationsentwicklung betonen. Allein das wird ausreichen, dem Bund-Future wieder ein wenig Atemluft nach oben zu verschaffen. Ein möglicher Zielbereich der Erholungsbewegung dürfte der Widerstand um 111,50 Prozent sein. Da sich die aktuelle Inflationsrate in den nächsten Monaten nur langsam zurückbilden wird und die Aufwärtsentwicklung an den Rohstoffmärkten noch nicht ganz vorüber ist, wird es unzweifelhaft einen erneuten Rückfall au f die Unterstützung bei 110 Prozent geben. In der Folge wird sich dann der Versuch einer Bodenbikdung zwischen 110 und 111,50 Prozent anschließen.
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