Bund-Future: An entscheidender Schwelle
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Bund-Future
vom 12. November 2008, 08:00 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
während der DAX sich weiterhin in der Reichweite seiner Tiefststände bewegt, feiern die Rentenmärkte die neu entdeckte Lust der Anleger an dem Thema Sicherheit. Wenn es um Investitionen in Staatsanleihen geht, bevorzugt die internationale Finanzwelt neben den langlaufenden US-Staatsanleihen vor allem deutsche Titel, die eine Laufzeit zwischen fünf und zehn Jahren haben. Deren Entwicklung wird durch den Bund-Future abgedeckt. Nach der Verschärfung der Finanzkrise vor allem in den USA, konzentriert sich die Aufmerksamkeit der Anleger noch stärker auf Deutschland. Die begonnene Konsolidierung der Staatsfinanzen in den vergangenen vier Jahren durch die Große Koalition hat de Reputation deutscher Staatspapiere erheblich erhöht. Selbst die neuen Belastungen des deutschen Staatsbudgets durch die geplanten Rettungspakete für die Banken und die Automobilindustrie haben die Nachfrage nach deutschen Rentenpapieren nicht sonderlich verringert. Im Gegenteil, der Bund-Future notiert auf seinem höchsten Stand seit Frühjahr 2008.
Die leichten Entspannungssignale von Seiten des Interbankenmarktes, also dem Handel der Banken untereinander, haben die Rallye des Rentenbarometes zunächst einmal aber an einer entscheidenden Stelle ins Stocken gebracht. Im Bereich um 118 Prozent finden sich mehrere markante Widerstandspunkte aus den vergangenen vier Jahren. Nach einem Anstieg von 800 Basispunkten in den vergangenen vier Monaten ist nicht damit zu rechnen, dass dieser starke Widerstandsbereich zügig überwunden wird. Das markttechnische Umfeld spricht vielmehr für eine abermalige Konsolidierung des Bund-Futures, in deren Verlauf mit einem Rücksetzer bis an die nächste Unterstützungszone zwischen 113,60 und 114 Punkte zu rechnen ist. Nach wie vor lösen US-Pensionsfonds noch Aktien- und Rentenpositionen auf,um entstandene Liquiditätsengpässe auf dem Heimatmarkt abzudecken. Die gute Performance des deutschen Rentenmarkts dürfte Investoren deshalb dazu verleiten, Gewinne zum Jahreswechsel hin mitzunehmen.
Aus mittelfristiger Sicht bleiben die Aussichten für den deutschen Rentenmarkt aber positiv. Im Hinblick auf das Sicherheitsbedürfnis vieler Investoren sowie die glänzende Bewertung deutscher Staatsanleihen wird es voraussichtlich im Verlaufe des ersten Halbjahres 2009, wenn es noch einmal zu Unsicherheiten an den Aktienmärkten kommt, zu einem neuen Aufschwung im Bund-Future kommen. Sehr wahrscheinlich wird der Markt dann die Hochpunkte aus dem Jahr 2005 zwischen 120 und 122 Prozent anvisieren. Das verstärkte Refinanzierungsbedürfnis großer Unternehmen wird für die Bundespapiere auf absehbare Zeit kaum zu einer Nachfrageabschwächung führen, da das Emittentenrisiko noch eine Weile ein entscheidender Anlagefaktor bleibt.
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