Bund fürs Leben?
Ann Sosnowski, Baltimore in Traders Daily
vom 11. März 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
Es ist wirklich lustig, was man erhält, wenn man im amerikanischen Google: „definiere: Ehe" eingibt.
Ein Richtung der Definitionen geht in die Richtung: „Zustand ein verheiratetes Paar zu sein, dass sich freiwillig lebenslänglich (oder bis zur Scheidung) zusammengeschlossen hat." Ich bin froh, dass sie diese Klammern hinzugefügt haben. (Wollte ich nur gesagt haben). Eine andere Definition lautet: „Eine enge und innige Vereinigung".
Ganz unabhängig von sexuellen, ökonomischen oder sozialen Standpunkten der beteiligten Parteien ist die Ehe per Definition eine Vereinigung, die den gesetzlichen Segen hat. Klingt das auf marktwirtschaftlicher Ebene bekannt? Es sollte einem etwas sagen, ganz besonders im Moment.
Ich spreche von Fusionen und Ankäufen. Sind sie nicht auch in vielerlei Hinsicht wie Ehen? Zwei Unternehmen erblicken einander in einem überfüllten Industriezweig, sie blicken sich tief in die Augen, sie treffen einander auf der Tanzfläche zu einem langsamen Tango. Sie fangen an, tiefer in die Funktionsweisen des anderen vorzudringen, fragen sich, was den anderen antreibt, was ihn unterhält.
Sie stellen einander Fragen, z.B: „Was machst du beruflich", „Was sind deine Zukunftsziele?" „Wo glaubst Du steht Du in 20 Jahren?"
Irgendwann stellen sie dann fest, dass das ein guter Fang sein könnte. Das es sich hier um das eine besondere Unternehmen handeln könnte, nach dem man schon sein Leben lang gesucht hat. Man selber redet gerne und der andere hört gerne zu. Man liebt die Aufmerksamkeit, der andere ist lieber ein Mauerblümchen.
Zusammen würden sie genug Geld zum Überleben verdienen und jeden Tag wird ein Lächeln auf ihren Gesichtern zu sehen sein.
Und wenn sie sich entschlossen haben, dass sie es offiziell machen wollen, dann wird der aggressivere der beiden zu einem Investmentbanker gehen, um sicher zu gehen, dass er die Gestaltung der vor-ehelichen Einigungen entsprechend umsetzt. Es sollte keine Zweifel darüber geben, wie diese Ehe geführt wird und wer was zu tun hat und zu welchen Kosten.
Und dann, eines Tages, ist es an der Zeit, es der Welt zu verkünden. Man hat Zeit und Geld für die Öffentlichkeitsarbeit ausgegeben und die „Verlobungsanzeigen" verschickt, ganz genau festgelegt, was für jeden dabei zu holen ist und wie profitabel die Ehe sein wird.
Die Familien und Freunde, häufig Millionen von Aktionären, jubeln über die Schönheit einer so wunderbaren Vereinigung.
Nach einigen unbequemen Fragen von Seiten des Bundesfinanzhofs werden aus den beiden Geschäftseinheiten frisch Verheiratete, sie küssen sich und machen sich auf den Weg in die Flitterwochen.
Häufig handelt es sich bei Fusionen um Geschichten vom Typ: „... und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende." Ich wünschte, man könnte das Gleiche von Ehen sagen.
Unternehmensfusionen waren extrem einträglich. Diese Heiratsanzeigen tragen dazu bei, dass der Durchschnittskurs ein neues Hoch nach dem anderen erreicht. Alle feiern diese Vereinigungen. Es ist ein weltweites Phänomen.
Weltweit haben Unternehmensfusionen mehr als 2 Billionen Dollar eingebracht, ein Anstieg von 60% seit Mai vergangenen Jahres.
Es gibt einen Hochzeitenboom. Und wenn Sie davon nicht profitieren, dann sollten sie.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hartmut Fischer (11.03. 2010 13:07 Uhr):
Wie schön! Aber was ist, wenn der Partner sich als anders herausstellt als geglaubt und vor allem gewünscht und propagiert? Siehe nur Daimler und Chrysler. Und was ist, wenn ganze Länder dem Vereinigungstaumel verfallen wie z. B. die Europäische Währungsunion. Dann jubeln doch die Kreditgeber! Aber was, wenn die Kredite fällig werden und sich als nicht gedeckt bzw. einfach verjuxt herausstellen? Was also, wenn ein Partner nicht so solide wie behauptet ist? Heißt es dann: Der Kavalier schweigt - und zahlt!, oder wäre eine Scheidung, also eine Ende mit Schrecken, nicht doch besser? Siehe auch wieder Herrn Daimler und Frau Chrysler!
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