Bullish Percent Index BPC – bitte nicht unterschätzen
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen
vom 27. Mai 2011, 16:00 Uhr
ENL5454
Was würden Sie von einem Aktienmarkt und seinem Index halten, wenn Sie wüssten, dass 89 Prozent aller Aktien (s. Chart) ein Kaufsignal generiert haben? Noch einsteigen, short gehen oder einfach das nächste Kaufsignal abwarten?
Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, werden wir uns in der nächsten Woche eingehend mit der Point-&-Figure-Charttechnik befassen, die vor allem bei Vermögensverwaltern sehr beliebt ist. Diese Beliebtheit rührt nicht zuletzt daher, weil sie bessere, aber vor allem deutlichere Signale generiert, die weniger Interpretationsspielraum zulassen als andere Charttechniken.
Lassen Sie uns den nachfolgenden Chart besprechen und Sie werden sehen, dass es sich lohnt, in der nächsten Woche einige Investor-Wissen-Daily-Ausgaben eingehend zu studieren, auch wenn es Sie vielleicht 10 Minuten am Tag kosten sollte. Vielleicht diskutieren Sie diese Technik auch mit Freunden und Kollegen und stellen uns dann ihre Fragen dazu im Internet. Sie sind herzlich dazu eingeladen.
Mehr als 100 Prozent geht doch nicht, oder?
Betrachten wir also den folgenden Chart. Die zunächst aufwärtsgerichtete schwarz/rote Line (S&P500) zeigt Ihnen am rechten Rand an, wie viel Prozent der Aktien, die im Index enthalten sind, ein P&F-Kaufsignal generiert haben. Demnach ist die Anzahl der Aktien mit einem MACD-Kaufsignal vom 6. Dezember 2010 (1. Kaufsignal blau) bis 22. Februar 2011 (MACD-Verkaufssignal rot) kontinuierlich von 80 auf 89 Prozent gestiegen. Gleichzeitig ist der Gleitende Durchschnitt MA50 (blau) gestiegen, was per Trenddefinition heißt, dass ein Aufwärtstrend vorliegt. Im unteren Chartfenster haben wir das Kaufsignal vom Kreuzungspunkt (Kaufsignal) im MACD abhängig gemacht. Der MACD wird in diesem Fall nicht auf Kurse, sondern auf den Bullish-Percent-Index berechnet. Er liefert uns nicht nur am Kreuzungspunkt mit seiner Signallinie ein Kauf- und Verkaufssignal, sondern auch Hinweise darauf, ob der Markt sich in seiner Struktur verändert. Und das geht so: Es lässt sich in unserem Beispiel beobachten, dass der MACD, obwohl der Bullish-Prozent-Index ansteigt, nach unten läuft. Das nennen wir eine negative oder bearishe Divergenz, ein Frühwarnsignal dafür, dass der Markt - obwohl wir neue Kaufsignale von den verschiedensten Indikatoren bekommen - hoffnungslos überkauft ist.
Zum zweiten Teil von: S&P500 Bullish Percent Index (BPSPX) warnte rechtzeitig im Tageschart
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Folker W (30.05. 2011 01:09 Uhr):
Sehr geehrter Herr Nowacki, ich bin mir nicht sicher, ob ich Ihren Aufruf "Vielleicht diskutieren Sie diese Technik auch mit Freunden und Kollegen und stellen uns dann ihre Fragen dazu im Internet. Sie sind herzlich dazu eingeladen." als ernstgenommen betrachten soll - oder nicht. Soweit ich weiß, sind Sie eine der bestimmenden Personen in der VTAD - und werden bzgl. dem BPI eine klare Aussage treffen - wahrscheinlich im 2.ten Teil dieses Artikels. Inwiefern Ihnen da an einer "offen geführten Diskussion" mit den Lesern ein Interesse liegt, bin ich mir nicht sicher... Freundliche Grüße, Folker W.
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