Bullen- oder Bärenmarkt?
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 5. November 2010, 08:30 Uhr
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seit gestern ist es amtlich: Dow Jones und Nasdaq Composite brechen unter hohen Umsätzen auf neue Jahreshochs aus. Der breit gefächerte S&P 500 testete diese Marke knapp, dürfte aber in Kürze folgen. Ich ging bis gestern davon aus, dass diese Marken halten würden. Ich habe mich eindeutig geirrt. Noch hat der gestrige Ausbruch allein keine mittelfristigen Folgen, da die Ausbrüche noch nicht signifikant sind. Falls die Bären jetzt direkt und heftig zuschlagen, dann haben genau die gestrigen Kursspitzen das Zeug dazu, zum finalen Hoch einer fast zweijährigen Bärenmarktrally zu werden. Die Wahrscheinlichkeit dafür schätze ich aufgrund der Intermarketlage allerdings nicht mehr sehr hoch ein. Lediglich die maßlos überhitzten Stimmungsindikatoren – die meisten von ihnen auf Dreijahreshoch (damals sahen wir die Hochs des letzten Bullenmarktes) sprächen dafür.
Es sieht tatsächlich so aus, als würde ein allseits erwartetes Ereignis – QE 2 – einen (allseits erwarteten) Rallyschub auslösen. Normalerweise funktioniert Börse aber genau umgekehrt: Dinge die allseits erwartet werden, treten nicht nur nicht ein, sondern verkehren sich direkt ins Gegenteil. Und da liegt genau der Punkt, an dem ich sage: Bleiben Sie weiterhin für beide Marktrichtungen (aufwärts und abwärts, long und short) offen. Was gestern wie eine eindeutige Entscheidung des Marktes aussah, kann morgen schon wieder ganz anders aussehen.
Ich gehe davon aus, dass sich der Aktienmarkt – insbesondere der amerikanische als Richtungsweiser für den Rest der Welt – in den nächsten beiden Wochen an einem entscheidenden Punkt befindet. Setzt sich die Rally dabei weiter fort, dürfte der Weg in Richtung der alten Bullenmarkthochs frei sein (ob diese erreicht werden, steht alledings noch auf einem anderen Blatt). Kommt es zu deutlichen Korrekturen im zweistelligen Prozentbereich, steht möglicherweise ein neuer Bärenmarkt vor der Tür. Meine Leser in DAX Profits bekommen heute im Laufe des Tages eine ausführliche Analyse der Intermarketlage mit allen charttechnischen Entscheidungsmarken und einem mittelfristigen Ausblick. Falls Sie das auch interessiert, dann tragen Sie sich hier kostenlos ein (später auch jederzeit in unserem Archiv nachzulesen):
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Bierewirtz (05.11. 2010 10:36 Uhr):
Sehr geehrter Herr Voigt! Ich schätze Ihre, meist von vorsichtigem Pessimismus getragenen Kommentare seit Langem - obwohl sie über eine sehr lange Zeit mit Ihrem Pessimismus, die Kurse betreffend, falsch lagen, mag ich Ihre Sicht auf das Treiben Ihrer Mitmenschen. Was mich davon abhält, Ihren Börsendienst zu abonnieren, sind dessen marktschreierische Versprechen, die eingebaute Schwierigkeit, überhaupt herauszufinden, was er kostet und wie lange man sich bindet, kurz, dieser überraschend halbseidene Auftritt. Ist Ihnen das bewusst, muss das so sein, damit Sie Ihrt Geld verdienen? Freundlichen Gruß Peter Bierewirtz
Antworten - Kommentar von Kurt Fussangel (10.11. 2010 17:14 Uhr):
Sehr geehrter Herr Voigt, sie übersehen, dass der Rest der Welt gerade dabei ist, sich von den amerikanischen Vorgaben gängeln zu lassen. China kann mit einem Federstrich durch Aussetzen des Ankaufs amerikanischen Papiergelds die USA noch weiter in die Krise treiben. Offen ist jedoch, wie die inflationäre Politik der FED beendet werden kann, ohne dass es zu einer Depression kommt. MfG
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