Buffett leistet Überzeugungsarbeit
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 24. September 2008, 20:00 Uhr
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Schwer haben es Ben und Henry dieser Tage! Auf sie kommt es nun an die richtige Überzeugungsarbeit im Kongress zu leisten.
Die richtigen Worte müssen gefunden werden, damit diese Geschichte endlich über die Bühne gehen kann.
Aber ausgerechnet die Republikaner bitten um Bedenkzeit, sind skeptisch, fragen: Was soll die Eile?
Das Vertrauen in die gegenwärtige US-Regierung ist nicht sonderlich hoch (verständlich - aber das hat jetzt erst mal wirklich nichts mit Ben und Henry zu tun). Das Vertrauen der amerikanischen Bevölkerung in das 700 Milliarden schwere TARP ist ebenfalls nicht sonderlich hoch (verständlich - möglicherweise ist ihnen nicht klar, dass es darauf langfristig betrachtet dann auch nicht mehr ankommt; möglicherweise ist ihnen auch nicht klar wie schlimm es werden kann wenn das Finanzsystem tatsächlich kollabieren sollte; denn dann kann man nicht mehr fragen was einen eigentlich diese Pleitegeier von der Wall Street angehen, denn dann heißt es: (die Briten haben es in diesem Jahr schon vorgemacht) Schlange stehen vor den Bankschaltern).
Der Abgeordnete Steven LaTourette aus Ohio drückte es folgendermaßen aus: Die reden immer über Interbankenraten, aber niemand interessiert sich für Interbankenraten. Die Leute wollen wissen wie sie in Zukunft ihre Hypothek oder ihre Kreditkartenrechnung zahlen sollen."
Oh ja, Ben und Henry liegt noch ein gutes Maß an Überzeugungsarbeit bevor. Ben hat es heute wieder versucht und das Ganze ein wenig mehr nach dies sind die Auswirkungen für den kleinen Mann" klingen lassen.
Er sagte, wenn die Stabilität des Finanzsystems nicht wieder hergestellt wird, dann wird die US-Wirtschaft mächtig den Bach runter gehen (frei übersetzt von mir). Er sagte auch: wenn TARP nicht durchgeht, dann werden die Kreditkonditionen für Hausbesitzer, Kleinunternehmen, Konsumenten und so weiter immer mehr erschwert (stellen Sie sich vor: und dies im Land des Kreditkonsums).
Na ja, ich hoffe, dass ein paar seiner Worte an der richtigen Stelle Gehör finden. Wenn nicht, dann hören die richtigen Stellen vielleicht auf Warren Buffett.
Ja, der Altmeister hat sich nach seinem Vertrauensbeweis ins System (durch den Kauf der GS-Anteile) noch einmal zurückgemeldet und den Kongress inständig gebeten TARP durchzuwinken. Na ja, eigentlich sagte er heute in einem CNBC Interview: Ich wette der Kongress wird das richtige für die amerikanische Öffentlichkeit tun und dieses Gesetz verabschieden." ( Klingt fast wie eine Drohung. ;-) So auf die Art, wenn ihr jetzt nicht bald in die Puschen kommt, dann kauf ich mit GS alle Goldreserven auf und lass euer System mal wirklich kollabieren. ;-) Nehmen Sie es mir bitte nicht übel - kleiner Scherz am Rande)
Buffett gab weiterhin zu Protokoll, wenn ihm die 700 Milliarden zur Verfügung stünden würde er keine Sekunde zögern. Er betrachtet seine 5 Milliarden USD-Investition in GS als Ergänzung zu TARP.
Nun, das klingt vielleicht leicht pathetisch! Obwohl ich Buffetts Strategie, Erfahrung, Expertise und Weitsicht sehr schätze handelt der Mann natürlich auch nicht ganz selbstlos. Der GS-Deal war ein Schnäppchen. Buffett geht nur einkaufen, wenn es Schnäppchen gibt. Aber damit sich das Schnäppchen auszahlt, darf auch das Finanzsystem nicht kollabieren.
Was mir Mut gibt ist, dass die Vergangenheit gezeigt hat, dass der große Altmeister des Finanzbusiness meist Recht behält.
So long liebe Leser...zum guten Schluss bleibt mir nur noch Ben Bernanke, Henry Paulson und Warren Buffett weiterhin die Daumen zu drücken...möge ihre Überzeugungsarbeit bald von Erfolg gekrönt sein...bis morgen
Ihre Miriam Kraus