Bucherverlage freuen sich über steigende Verkaufzahlen
Cindy Bach in Insider Daily
vom 18. März 2010, 14:30 Uhr
ENL5462
hurra, wir lesen noch - und zwar Bücher. Wir "kindlen" noch nicht auf unserem Sofa rum und setzen uns auch abends nicht mit unserem IPod an das Bett unserer Kinder, um ihnen die Gute Nacht-Geschichte von Puh dem Bären aus einem kleinen Kästchen mit Display vorzulesen. Noch ist unsere Bücherwelt in Ordnung, hier sind wir analog, hier können wir sein.
Auch im Zeitalter der Digitalisierung hat das Buch an Attraktivität nichts verloren. Eine aktuelle Analyse der GfK Panel Services zeigt: Rund 36 Mio. Deutsche kauften im letzten Jahr Bücher. Und nicht nur eines. Im Schnitt erwarb jeder Kunde über das Jahr verteilt 11 Bücher und gab dafür rund 110 Euro aus. Und bei diesem Ergebnis sind Schulbücher und Fachliteratur noch nicht mal mit eingerechnet.
Mit Wachstum durchs Krisenjahr
Im Krisenjahr 2009 kauften die Deutschen insgesamt rund 400 Mio. Bücher und damit 2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Und die Deutschen lassen sich ihre Leselust auch einiges kosten. Knapp 4 Mrd. Euro gaben sie im letzten Jahr für Bücher aus. Das sind insgesamt rund 3 Prozent mehr als 2008. Und eines zeigt sich quer durch alle Altersklassen: Für die Deutschen sind Bücher immer noch das ideale Präsent. Fast ein Viertel aller gekauften Titel werden verschenkt.
Die Begeisterung für das Medium Buch ist ungebrochen, Tendenz sogar steigend. Diese guten Nachrichten kommen für die Verlagsbranche genau zur rechten Zeit. Heute eröffnet die Leipziger Buchmesse. Die Vorzeichen sind also bestens.
Noch eine Erkenntnis dieser Studie hat mich besonders überrascht: Bücher dominieren im Entertainment-Markt. Im Vergleich zu anderen Bereichen des Entertainment-Sektors wie Kino, Musik, Computer-Games und Filme zum Kaufen oder Ausleihen geben die Deutschen schon seit Jahren rund 40 Prozent und damit den Löwenanteil ihres Unterhaltungs-Budgets für Bücher aus. Doch wo kaufen die Deutschen denn ihre geliebten Bücher, eher im Internet oder im Buchladen um die Ecke? Auch auf diese Frage hat die GfK-Studie eine Antwort.
Internet als Vertriebskanal immer wichtiger
Das Internet wird für die Verlage zu einem immer bedeutenderen Vertriebskanal. Im letzten Jahr entfielen bereits 21 Prozent der Buchumsätze auf Online-Kanäle, 7 Prozentpunkte mehr als noch im Jahr 2005. Während in Buchhandlungen ein Großteil der Kaufentscheidungen beim Stöbern gefällt werden, suchen die Deutschen im Internet nach speziellen Titeln. Mehr als Zweidrittel der im Internet erstandenen Bücher sind gezielte Einkäufe.
Übrigens: Selbst in der "digitalen Welt" haben Bücher die Spiele überholt. Wie ich heute auf connect.de lesen konnte, sind laut einer Statistik von mobclix derzeit mehr Bücher- als Spiele-Apps im App Store von Apple erhältlich. Im Beobachtungszeitraum von einem Jahr wurden etwa 25.400 Spiele und ca. 27.000 Bücher-Apps veröffentlicht.
Für App-Store-Betreiber Apple kommt diese Entwicklung eventuell überraschend, sind doch die Geräte iPhone und iPod touch eigentlich eher darauf ausgerichtet, als mobile Spielekonsole zu dienen denn als Ebook-Reader. "Dass sie dennoch dafür genutzt werden zeigt die Reaktion der Entwickler, die immer mehr Bücher im App Store veröffentlichen. Dass die Entwicklung und der Siegeszug der Bücher über die Spiele offenbar erst in den kürzlich vergangenen Monaten erfolgt ist, könnte man auch auf die Auswirkungen des iPads zurückführen. Ein Präventivschlag der Entwickler so zu sagen, um beim Launch des iPads gleich eine ansprechende Masse an passenden Produkten bereit zu haben", ist auf der Newsplattform von connect.de zu lesen.
Auch meine auserwählten "Worte der Woche" beziehen sich auf den Siegeszug des guten alten Buches. Diese sollten Sie unbedingt lesen, wenn Sie wissen wollen, wie Sie ein Eselsohr in ihren IPod machen können.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Frühlingstag.
Ihre
Cindy Bach
ähnliche Beiträge:
- Steigende Preise; China erhöht Mindestreservesatz; EUR/USD fällt
- Warnung vor globaler Schuldenkrise
- Süßes oder Saures? Saures!!!
- Warum Investoren sich manchamal über einen Ausverkauf freuen
- USA: „Uran Teil eines umfassenden Energieplans“
- Heute anstehende Termine:
- Fels in der Brandung
- Warum sich die Leute im Tal des Hudson nicht über steigende Hauspreise freuen können
- Bevor Sie alle Ihre Aktien verkaufen, schauen Sie sich diesen Chart an
Artikel weiterempfehlen