Brent-WTI-Spread in 2012
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 24. Januar 2012, 20:45 Uhr
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Und wie geht es mit der Differenz zwischen Brent und WTI weiter, die sich im letzten Jahr ja zwischenzeitlich massiv ausgeweitet hatte und Brent noch immer mit einem Aufschlag gegenüber WTI zurücklässt?
Nun, wie ich Ihnen im Jahresrückblick schon geschrieben hatte, lag das zum einen natürlich vor allem an den für Brent bedeutsameren Angebotsrisiken.
Ein weiterer wichtiger Faktor war aber auch das ständige Überangebot am US-Knotenpunkt Cushing, wo das US-Referenzöl "zwischengelagert" wird und welches das Preisverhältnis ebenfalls verzerrt. Nun hat die US-Regierung zwar den Bau der Keystone-Pipeline (welche von Kanada zum Golf von Mexiko hätte führen und damit Cushing entlasten sollen) abgelehnt, aber die geplante Umkehrung der Seaway-Pipeline, wodurch das Überangebot an Rohöl von Cushing wieder zurück an die Golfküste fließen kann, steht ab April nach wie vor auf dem Plan.
Dies, zusammen mit den vor allem ab Mitte des Jahres zu erwartenden geringeren Angebotsrisiken, dürfte die Differenz zwischen Brent und WTI auch weiterhin (vor allem ab Mitte des Jahres) graduell sinken lassen. Dennoch gehe ich davon aus, dass eine gewisse weiterhin vorhandene Risikoprämie eher für Brent gelten sollte, so dass Brent vorerst trotz allem das teurere Öl bleiben dürfte.
So long liebe Leser...damit verabschiede ich mich für heute von Ihnen und freue mich, wenn wir uns morgen zu den Edelmetallen wiederlesen...liebe Grüße, noch einen schönen Abend und bis morgen...
Ihre Miriam Kraus
Zum ersten Teil von: Rohöl – Ausblick auf 2012