Boom bei Generika

Gastautor Patrick Cox in Kapitalschutz Akte zum Thema Aktien
vom


"Was zählt, ist der Wettbewerb durch neue Güter, neue Technologien, eine neue Angebotsquelle, eine neue Form der Organisation....Wettbewerb, welcher...nicht die Gewinnmargen und den Output der existierenden Firmen angreift, sondern deren Fundamente und deren Leben."

Diese Worte wurden vor 70 Jahren von einem Volkswirt namens Joseph Schumpeter geschrieben, in seinem Buch "Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie". In diesem Buch beschreibt Schumpeter, wie die transformierende Innovation die Geschäfte der etablierten Marktteilnehmer in einer kapitalistischen Wirtschaft zerreißt.

 

Natürlich dient unsere Gesetzeslage dazu, die Innovationen zu schützen, welche von existierenden Unternehmen gekommen waren. In der US-Verfassung ist dieses Recht dem Kongress gegeben worden, um "den Fortschritt der Wissenschaft und der Kunst zu fördern, indem Autoren und Erfindern für eine begrenzte Zeit das exklusive Recht an ihren Werken und Entdeckungen zugesichert wird."



Das Patentrecht ("Copyright and Patent Clause") sieht eine zeitliche Begrenzung vor. So genießt der Erfinder einen Zeitraum eines Monopols, und dann kann jeder andere die Technologie nutzen, welche im Patent genannt wird. Wenn der Erfinder dann allerdings keine weiteren Erfindungen macht, ist sein Unternehmen in Gefahr, zu zerfallen, nachdem der Patentschutz abgelaufen ist.

 

Genau das passiert heutzutage in der Pharmazeutischen Industrie - aber mit Steroiden. Die große Pharma-Industrie hat große Probleme. Denn viele der beliebten und profitablen Medikamente kommen ans Ende ihrer durch Patente geschützten Zeit. Und dann werden Blockbuster-Medikamente in Wettbewerb geraten mit Generika. Dann könnte die Pharma-Industrie Milliarden Dollar an jährlichem Umsatz verlieren.


Zur selben Zeit werden weniger neue Medikamente von der Pharma-Industrie entwickelt, was bedeutet, dass die Verluste nicht durch die Verkaufszahlen neuer Medikamente ausgeglichen werden können. Die Pharma-Industrie setzt deshalb auf Partnerschaften mit und Übernahmen von kleinen Biotech-Gesellschaften, um die Innovationslücke zu schließen.

 

Es wird allerdings viele neue Produkte benötigen, um nur eines der großen wegfallenden Medikamente ersetzen zu können. So ist z.B. letzten November beim Anti-Cholesterin-Medikament Lipitor von Pfizer der Patentschutz abgelaufen. Dieses Medikament ist eines der weltweit am meisten verkaufesten Medikamente, mit jährlichen Umsätzen von über 10 Milliarden Dollar.

 

Lipitor macht mehr als 10% der gesamten Umsätze von Pfizer aus, und dies ist einer der größten Pharma-Riesen der Welt. Um die Sache noch zu verschlimmern - am selben Tag, an dem der Patentschutz auslief, wurde dem indischen Pharma-Konzern Ranbaxy Labatories von der US-Medikamenten-Zulassungsbehörde FDA erlaubt, mit einem entsprechenden Generika-Clon von Lipitor an den Markt zu gehen. 

Anhaltender Generika-Boom zu erwarten

Lipitor ist allerdings nur der Anfang der Sorgen der Pharma-Riesen. Das zweit wichtigste Medikament am Markt - Plavix, ein Blutverdünnungsmittel von Bristol-Myers Squibb (BMY) -, wird ebenfalls 2012 auf Generikum-Status fallen. Mehr als ein Drittel der Umsätze von Bristol-Myers Squibb (BMY) hängen von Plavix ab.

 

Und bei weiteren Medikamenten mit Umsätzen im Bereich mehrere Milliarden Dollar wird der Patentschutz ebenfalls 2012 ablaufen. Darunter das Antidepressivum Lexapro von Forest Laboratories, Seroquel von AstraZeneca und das Asthmamittel Singulair von Merck. Von den Top 20 Medikamenten der Welt (gemessen an den Umsätzen) wird bei sieben dieses Jahr der Patentschutz wegfallen oder ist es bereits.

 

Und bis 2015 geht es bei den durch Patent geschützten Medikamenten um geschätzte 250 Mrd. Dollar Umsätze, bei welchen dann der Wettbewerb durch chemisch gleichwertige Generika eintreten kann.

 

Der Wettbewerb durch die Generika führt generell dazu, dass die Verkaufspreise sinken. Für die Millionen Patienten, welche von diesen Medikamenten abhängen, da es um ihre Gesundheit geht, sind starke Preisrückgänge bei ihren Medikamenten durchaus erfreulich und machen diese erschwinglicher.

Dies ist ein natürliches Ergebnis, welches durch ein Ende des Monopol-Status solcher Medikamente zustande kommt.


Der Wettbewerb durch Generika wird dazu führen, dass staatliche Stellen verstärkt auf eben diese Generika setzen werden, da deren Gesundheitssektor so Kosten sparen kann. Wir haben bereits aggressive Kostensenkungs-Maßnahmen gesehen, um das zu reduzieren, was die Gesundheitsprogramme zahlen müssen um die Kranken mit Medikamenten zu versorgen.

 

Millionen Amerikaner werden in den nächsten paar Jahren aufgrund der Gesundheitsreform von Präsident Obama überhaupt das erste Mal krankenversichert sein (Programm "2010 Affordable Care Act"). Nehmen Sie noch die Millionen Amerikaner aus der Generation der "Baby Boomer", welche nun ins Rentenalter kommen, und dann können Sie sicher sein, dass der Sektor der Generika boomen wird.

 

 

 


Zum zweiten Teil von: Anhaltender Generika-Boom zu erwarten

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Kommentar von Monetenmann

Die Pharmaindustrie erfindet auch gerne mal ein paar neue Krankheiten, um neue Pillen an Mann/Frau zu bringen...

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Antwort von Hubert Kloos:

Seit etlichen Jahren hat die Pharmaindustrie den Langzeit-Zuckerwert auf 6,2 festgesetzt. Ich bin mit meinen Langzeitzuckerwerten immer an der oberen Grenze,obwohl ich bei meinen täglichen/monatlichen/jährlichen Aufschrieben immer auf den Normwerten 100-120 bin. Also wiederum eine Mache der Pharmaindustrie und niemand (Krankenkassen / Laboratorien / und Überwachungsinstitutionen / Ärzte) tun was dagegen der Patient muß weiter unmögliche Tabletten schlucken. Ich habe vor kurzem den Arzt gewechselt und hoffe daß es besser wird. Ein gewisser Ruck hat es bereits getan, von früher 15 verschiedene Tabletten täglich, heute noch 4 zu mir nehme. Leute,Leute schaut nach eure unnötigen Tabletten !!!!

Kommentar von Ludwig Kneller

Ich werde mich dann ab morgen in Bruchsal auf den Marktplatz stellen und für die arme Pharmaindustrie sammeln.

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Kommentar von Dr Heinemann

Liebe Leser, als Arzt muss ich endlich einmal zitieren, was vor vielen Jahren schon in einem Buch über unser krankes Gesundheitssystem stand: "Die Pharmaindustrie hat nur ein Ziel. Es lautet: Die Bevölkerung Deutschlands ist zu 100 % zu Patienten zu machen!!!" (Nur so ist stetig steigender Gewinn garantiert.) Man beachte, dass dieses Ziel bereits zu fast 100 % bei Karies und Parodontose erreicht ist!!! Von Gesundheit ist nicht die Rede! Außerdem arbeitet die Pharmaindustrie Hand in Hand mit der Lebensmittelindustrie zusammen. Die Lebensmittelindustrie entwickelt gesundheitsschädliche, so genannte hoch verarbeitete Lebensmittel mit giftigen Zusatzstoffen und die Pharmaindustrie hat schon für die sich daraus entwickelnden Krankheiten die entsprechenden "Medikamente", die selbstverständlich alle schwere Nebenwirkungen haben, denn JEDES Medikament der Pharmaindustrie hat Nebenwirkungen!!! Aber es kommt noch besser. Die Agrarindustrie (sie hieß früher Landwirtschaft - man beachte den Bedeutungsunterschied im Namen!) liefert bereits krankmachende "Lebensmittel" an die Lebensmittelindustrie. Ich empfehle allen, denen Ihre Gesundheit lieb und wert ist, sich mit diesem Thema ausführlich zu beschäftigen. Im TV gab es dazu Filme mit den Titeln "Food" und "Food Inc.", auch Berichte über den Samenlieferanten "Monsanto". Es ist hilfreich, einmal ausführlich die Liste der Lebensmittelzusatzstoffe zu studieren und natürlich alle im Buchhandel erhältlichen Bücher über unser totkrankes Gesundheitssystem, die Medizin in Deutschland usw. sorgfältig zu lesen. Ich meine, unser Geld ist uns extrem wichtig. Jedoch ist unsere Gesundheit uns noch wichtiger. Übrigens: Welche kriminelle Macht hinter der Pharmaindustrie steht erzählte mir damals Herr Seehofer, als er noch in Berlin Minister für Umwelt und Verbraucherschutz war. Er hatte, so erzählte er, sehr restriktive Maßnahmen gegen die Pharmaindustrie zum Schutz von Patienten per Gesetz geplant. Durch die Lobbyarbeit kam es der Pharmaindustrie zu Ohren. Bei Herrn Seehofer gab es dann eine Reihe von "Merkwürdigkeiten". Er stellte daraufhin sofort seine Verbraucherschutzvorhaben ein. Der geneigte Leser kann sich hier selbst seine Gedanken machen... Meine Großmutter prägte diesen Spruch: "Die beste Krankheit taugt nichts!" Also Pharmaaktien verkaufen, auch wegen der sinkenden Ertragsaussichten. Denken Sie an meine Großmutter und bleiben Sie gesund. Ihr Dr. H.

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Kommentar von Walter Oberhauser

Pfizer hat es wie auch immer geschafft sein Patent über mindestens 17 Jahre zu erhalten (war 1995 auf dem Markt, Patent lief 2012 aus), was eigentlich eine Frechheit darstellt! Der Konzern hat über Jahre hinweg ein Medikament (Lipitor, in Deutschland Sortis, 20mg 100 Tbl) für haushoch überteuerte 160 Euro verkauft, das jetzt als Generikum 50 Euro kostet! Und glauben Sie mir: die Generika-Hersteller verdienen gut an den 50 Euro, denn ein ähnliches Medikament , z. B. Simvastatin 20mg 100 Stück kostet nur 22Euro, und an denen wird natürlich auch noch verdient!. Pfizer hätte natürlich die Möglichkeiten, auch noch gut zu verdienen, wenn der Preis fürSortis auf 22 Euro fiele, was in den nächsten Jahren sicher passieren wird. Mit Ihrem Mitleid an dem gebeuteltem Pharmariesen (verlangt 160 Euro, gesetzlich legalisiert über 17 Jahre, würde auch an 22 Euro noch gut vverdienen) liegen Sie komplett falsch. Entweder haben Sie nicht richtig recherchiert, oder Sie brechen absichtich eine Stange für Pfizer. Pfizer gibt, wie Sie ja wissen ein x-faches für die Werbung aus im Vergleich mit den Ausgaben für Forschung und Innovationen. In den letzten Jahren kamen ca alle 2Wochen 4-5 Pharmareferenten von Pfizer in meine Praxis , um über ein Medikament (Sortis, Champix, Viagra, Aricept, Norvasc) zu informieren. Glauben Sie mir, nach einem Gespräch ist alles gesagt. Zufälligerweise wurde von den einzelnen Pharmareferenten auch die für sie nicht wichtigen anderen 4 Medikamente besprochen (also in 2 Wochen von 5 Referenten jeweils die gleichen 5 Medikamente), was für mich einer Gehirnwäsche gleichkam!! Glauben Sie also wirklich , daß ein Konzern, der das Geld hat, in 2 Wochen 5 Pharmareferenten zum gleichen Arzt zuschicken, um Medikamente zu bewerben,die seit 5-10 Jahren auf dem Markt sind, Geldprobleme hat? Wenn dies so wäre, dann wäre die einzige Erklärung: der Konzern hat sich 17 Hahre auf seinen Lorbeeren ausgeruht, und 17 Jahre lang die Weiterentwicklung im Pharmabereich verschlafen - ist doch irgendwie unglauwürdig , oder ? Entweder haben Sie nur oberflächlich recherchiert - womöglich mit Informationen direkt vom verarmenden Pfizer-konzern - oder Sie stehen bei Pfizer in einer wie auch immer gearteten Bringschuld, beides gleichermaßen bedauerlich!!! Vor der nächsten Publikation sollten Sie sich Informationen von unabhängeigen Informanten einholen. M.f.G - es kann nur besser werden Dr. Walter Oberhauser

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