Börsianer bleiben aber trotzdem skeptisch
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen
vom 6. September 2011, 16:00 Uhr
ENL5454
Somit stellen sich jetzt viele Börsianer die Frage welches Unheil wohl als Nächstes um die Ecke schaut, denn es gibt unübersehbare Signale dafür, dass "etwas faul ist im Staate Dänemark (Hamlet)". Wie sind sonst die Warnungen der IWF Präsidentin Christine Lagarde zu interpretieren, die davon ausgeht, das den europäischen Instituten 200 Mrd. Euro fehlen würde und sich für eine schnellere Verstaatlichung von wackeligen Banken ausspricht. Es ist doch noch gar nicht so lange her, dass den Banken die finanzielle Potenz zugetraut wurde aktiv bei der Umschuldung Griechenlands mitzuwirken. Und das vor dem Hintergrund der Äußerungen von KfW - Sprecher Schröder, der auf der Handelsblatt Bankenkonferenz den derzeitigen Krisenstand mit der Lehmann-Bankenpleite vom 15.September 2008 vergleicht. Kein Wunder wenn der DAX immer weiter abtaucht, denn es drängt sich zunehmend die Frage auf, was wissen oder befürchten Bankmanager und Regierungen wirklich und was wird hinter den Kulissen gespielt? Es muss doch einen Grund dafür geben, dass sich jetzt immer öfter Bankvorstände aus der Deckung trauen, Misstände auch in den eigenen Reihen offen ansprechen und sich die Banken untereinander kein Geld mehr leihen und mehr als 140 Milliarden als Tagesgeld bei der EZB hinterlegen.
Der Druck auf die Politiker wird größer
Unsere Bundeskanzlerin hat sich zum Ausschluss Griechenlands aus der EU geäußert und sie hat sich für den Verbleib Griechenlands in der EU auf eine Art und Weise ausgesprochen, dass man sich an die Passionsgeschichte und Pontius Pilatus erinnert fühlt, der auf Drängen der Römer Jesus Christus verurteilte aber seinen Unmut darüber mit den Worten besiegelte:" ich wasche meine Hände in Unschuld". Was ich sagen will, es werden wohl die letzten Lippenbekenntnisse sein, die wir zu diesem Thema gehört haben, denn Eurobefürworter werden sich nicht länger gegen den wachsende Unmut und Verbleib von Schuldensündern in der EU wehren können. Man wird versuchen den Schuldenländern außerhalb der EU zu helfen wieder auf die Beine zu kommen, und das ist nicht neu sondern geübte Praxis einer Geschäftsbeziehung zwischen Kreditgebern und Kreditnehmern. Wer als EU-Partner bislang davon ausgehen konnte das, wer heute die Konvergenzkriterien erfüllt quasi einen Rechtsanspruch auf eine lebenslange Mitgliedschaft im EU-Club gepachtet hätte, liegt schief. Es wird die Möglichkeit geben müssen zeitweise aus der EU auszutreten, um dann wenn die Konvergenzkriterien wieder erfüllt werden in den honorigen Club zurück kehren zu können.
Offensichtlich wird der nötige Druck auf eine Entscheidungsfindung von der Wirtschaft auf die Politik gerade vorbereitet. Rechnen Sie bereits in den nächsten Tagen mit einer radikalen politischen Kehrtwende. Diese politische Kehrtwende könnte sich dann in stark stiegnde Aktienkurse äußern. Das genaue Timing werden wir in unserer nächsten Target Trader Ausgabe erarbeiten und unseren Lesern auch ad hoc per SMS vermitteln.
Viel Erfolg wünscht Ihnen
Jürgen Nowacki
Coach Trading and Sales
Zum ersten Teil von: Trotz Bankenkrise jetzt Aktienkäufe planen?