Börsenstress: Cortisol ist an allem schuld! - Teil 2
Georg Pröbstl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 23. April 2007 17:00 Uhr
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Um das verbleibende Restrisiko weiter zu senken hilft ein Rat des Wirtschaftsprofessors und Nobelpreisträgers Harry M. Markowitz: Nicht alle Eier in einen Korb legen. Also: Streuen Sie Ihr Risiko und kaufen Sie Aktien von mehreren Unternehmen.
Gegen Börsenstress schließlich hilft Bewegung. Das weiß ich allerdings erst seit einigen Monaten. Zufällig kam mir nämlich ein Buch des Endokrinologen Professor Christoph Bamberger in die Hand: „Stress-Intelligenz“, erschienen im Knaur Verlag. Darin schildert der Hormonforscher ganz detailliert, was das Stress-Hormon Cortisol anrichtet und was man dagegen tun kann.
Ähnlich wie Adrenalin dient Cortisol dazu, den Körper bei Gefahr in Kampf- oder Fluchtbereitschaft zu setzen bzw. zu halten: Beispielsweise durch einen höheren Blutdruck und Blutzucker um die Muskeln leistungsfähiger zu machen. Im Gegensatz zu Adrenalin wird Cortisol aber nicht nach wenigen Minuten, „in der ersten Aufregung“, wieder abgebaut, sondern bleibt eben noch stundenlang im Körper. Blutdruck usw. bleiben dementsprechend erhöht.
Und da lauern Gefahren. Vor allem in unserer modernen Gesellschaft. Während wir in der Steinzeit bei Gefahr und folgendem Adrenalin- bzw. Cortisol-Ausstoß entweder kämpfen mussten oder davonliefen, bleiben wir heute bei Ärger im Büro auf dem Schreibtischsessel sitzen. Wie ich beispielsweise letzten Donnerstag nach der obigen Kursmanipulations-Meldung. Folge: Der von der Natur ursprünglich für den Überlebenskampf eingerichtete Hormonausstoß, der die Muskeln für Kampf oder Flucht stärken sollte, wird nicht mehr abgebaut. Blutdruck und –zucker bleiben eben hoch – 2 Gesundheitsrisiken die jeder kennt. Nur vom Zusammenhang mit Cortisol hat wohl so gut wie niemand gehört.
Dass Börsianer von Cortisol nicht verschont werden, halte ich für sehr offensichtlich. Meiner Meinung nach zeigen das Versuche mit Schimpansen. Professor Bamberger schildert in seinem Buch einen aufschlussreichen Test, bei dem Schimpansen aus unterschiedlichen Gruppen zusammengesperrt wurden. Solange die Hierarchie und Hackordnung nicht festgelegt war, waren die Tiere einige Zeit lang aggressiv und hatten hohe Cortisol-Werte im Blut. Nachdem die Rangordnung aber geklärt war, fielen die Werte, es kehrte Ruhe ein. Unklare Situationen verursachen eben Stress!
Genau wie an der Börse! Sie haben es sicher schon oft bemerkt: Wenn der Markt eine bestimmte Entscheidung oder ein Ereignis erwartet, ist die Stimmung getrübt, die Kurse tauchen ab, der Handel ist volatil. Das ist beispielsweise so vor Zinsentscheidungen. Vor Beginn des Irakkriegs 2003 war es genau so. Kaum aber sind die Fronten geklärt, greifen Anleger wieder frohgemut nach Aktien.
Ich habe den Ärger über Reich inzwischen durch Sport abgebaut. Sie sollten es in solchen Situationen ebenso machen. Da helfen Joggen oder Nordic Walking. Und nur nicht zu ambitioniert! Denn Hochleistungssport bringt wieder Stress!
Ihr
Georg Pröbstl