Börsenampeln auf Dauergrün
Cindy Bach in Insider Daily
vom 6. April 2010, 14:30 Uhr
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der Aktienmarkt setzte am Ostermontag - in den USA ein normaler Arbeitstag - seinen Aufwärtstrend fort. Der Dow Jones ging am Ende des Tages mit einem Zuwachs von 0,4 Prozent auf 10.974 Punkte aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte um 0,8 Prozent auf 1187 Zähler zu. An der Nasdaq gewann der Composite Index 1,1 Prozent auf 2430 Punkte.
Auslöser ist die weiter wachsende Hoffnung auf einen nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung. In den Vereinigten Staaten wurden am Wochenende Zahlen veröffentlicht, die diese optimistische Interpretation untermauern.
Starke Arbeitsmarktdaten beflügeln die Märkte
Im März wurden in den USA 162.000 neue Stellen geschaffen, wie das Arbeitsministerium am Freitag bekannt gab. Damit sind innerhalb eines Monats so viele Stellen geschaffen worden wie seit rund drei Jahren nicht mehr. Es ist außerdem erst der dritte Stellenzuwachs seit Ausbruch der Rezession Ende 2007.
Überdies zogen im abgelaufenen Monat die Geschäfte im Dienstleistungssektor an, und es wechselten im Februar wieder mehr Häuser den Besitzer. Analysten zeigten sich optimistisch, dass es nun weiter Stück für Stück aufwärts geht.
Die Technologiewerte profitierten vom gelungenen Start des Apple iPad, das sich alleine am ersten Tag mehr als 300.000 Mal verkauft haben soll. Anleger hoffen nun auf einen Boom der Tablet-Computer, die seit Jahren ein Nischendasein fristen. Aktien von Apple selbst verteuerten sich um 1,1 Prozent auf 238,49 Dollar.
Auch die Aktien der Chiphersteller legten deutlich zu. Nach dem monatlichen Bericht der Branchenvereinigung SIA stiegen die Umsätze im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat um 56 Prozent auf 22 Milliarden Dollar. Der Aktienkurs von Intel stieg um 0,9 Prozent auf 22,59 Dollar, der des Wettbewerbers Advanced Micro Devices (AMD) um 1,7 Prozent auf 9,53 Dollar. Der Kurs von Texas Instruments, deren Chips in vielen Geräten des täglichen Lebens stecken, stieg um 3,1 Prozent auf 25,39 Dollar.
US-Automarkt: GM wieder Spitzenreiter
Auch auf dem amerikanischen Automarkt sind die Ampeln wieder auf Grün. Dem Marktforscher Autodata zufolge stiegen die Autoverkäufe in den Vereinigten Staaten im März insgesamt um 24,3 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Damit hat sich der zaghafte Aufwärtstrend fortgesetzt und sogar an Tempo zugelegt.
General Motors übernahm wieder die Führung in einem der wichtigsten Märkte der Welt. Die Verkäufe stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 21 Prozent auf 188.546 Wagen. Ford setzte mit 183.783 Autos sogar beinahe 40 Prozent mehr Autos ab.
Auch Volkswagen steigerte den Absatz um 40,9 Prozent auf 22.148 Fahrzeuge. Audi erhöhte die Verkaufszahlen um 33,5 Prozent auf 8.589 Stück. Die Verkäufe von Mercedes stiegen um 25,9 Prozent auf 19.637 Stück. Die Verkäufe des Smart brachen hingegen um 61,2 Prozent auf 677 Fahrzeuge ein.
Porsche steigerte den Absatz um rund 9 Prozent auf 1.905 Stück. Am wenigsten Zuwachs verzeichnete unter den deutschen Herstellern BMW. Die Münchener konnten mit 21.670 Fahrzeugen lediglich 2,6 Prozent mehr Einheiten verkaufen als im Vorjahr.
Auch Toyota ist nach ein Absatzsprung von etwa einem Drittel gelungen. Diesen Erfolg erkauften sich die Japaner aber teuer durch die größte Rabattaktion ihrer Geschichte. Die Absatzzahlen des dritten großen amerikanischen Herstellers Chrysler kletterten um zehn Prozent auf 92.623 Fahrzeuge.
Toyota: Absatzsprung und Rekordgeldstrafe
Apropos Toyota: Dem japanischen Autobauer kommt die Pannenserie nun teuer zu stehen. Neben den horrenden Kosten für weltweit 8,5 Mio. Fahrzeugrückrufe, soll Toyota nun auch eine Rekordstrafe von 16,4 Mio. Dollar (12,2 Mio. Euro) an die USA zahlen. "Sie haben einen gefährlichen Defekt für Monate wissentlich vor den US-Behörden geheim gehalten", sagte Verkehrsminister Ray LaHood am Montag in Washington. "Sie haben nichts unternommen, um Millionen Fahrer und ihre Familien zu schützen."
LaHood wirft Toyota vor, das Problem der klemmenden Gaspedale vier Monate lang verschwiegen zu haben. Spätestens Ende September 2009 habe der Hersteller davon gewusst, so der Vorwurf. Dies belegten Reparaturanweisungen, die Toyota an seine Vertriebspartner in Europa und Kanada versandt habe. Der Rückruf wegen der fest hängenden Pedale startete in den USA im Januar.
Man habe nun die Beweise dafür, dass Toyota seine rechtlichen Verpflichtungen verletzt hat. Laut Gesetz muss ein Autohersteller die US-Behörde für Verkehrssicherheit binnen fünf Tagen über gefährliche Defekte informieren. "Wegen dieser Gründe streben wir die höchstmögliche Strafe an."
Toyota hat nun zwei Wochen Zeit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Der Hersteller ließ in einer ersten Reaktion wissen, dass ihm das Schreiben des Verkehrsministeriums noch nicht vorliege. Die Strafe selbst dürfte ohnedies das geringste Problem für den weltgrößten Autohersteller sein. Die Signalwirkung könnte indes verheerend sein.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Börsenwoche.
Ihre
Cindy Bach