Börsen vor starken Widerständen
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 31. Januar 2011, 08:30 Uhr
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es ist immer wieder interessant, welche Gründe gerade am Markt für eine Korrektur herumgereicht werden und wie sich diese ach so einleuchtenden Gründe meist spätestens beim zweiten Hinsehen als Unsinn erweisen. Die Kursverluste vom Freitag werden auf die Unruhen in Ägypten und auf enttäuschende US-Konjunkturdaten zurückgeführt. Schauen wir uns die Konjunkturdaten doch einmal an.
Das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) steigt im vierten Quartal um 3,2%, erwartet wurde ein Anstieg um 3,5% nach +2,6% zuvor. Eine leichte Verfehlung, aber im Bereich normaler Messtoleranzen, zumal es sich bum eine Vorabschätzung handelt, die ohnehin noch um bis zu einem vollen Prozentpunkt korrigiert werden dürfte. Daneben hatten wir private US-Konsumausgaben mit einem Anstieg von 4,4% und damit deutlich über den Erwartungen von 1,5% (nach +2,4% zuvor). Überdies noch einen BIP-Preisindex im vierten Quartal mit einem Anstieg von nur 0,3% (Erwartung plus 4,0%), welches ebenfalls eine positive Überraschung darstellt, da nach offizieller Lesart damit die Inflation unter Kontrolle ist und Zinserhöhungen in naher Zukunft nicht zu erwarten sind. Alles in allem sahen wir am Freitag also sehr gute Konjunkturdaten und eine im ersten Moment sehr positive Marktreaktion darauf. Es fehlten lediglich Anschlusskäufe.
Zu Ägypten: Natürlich ist die Region sehr sensibel, was den Ölpreis angeht und damit eine potenzielle Gefahr für die Weltkonjunktur, sollten wir einen drastischen Ölpreisanstieg durch eine flächendeckende Krise sehen. Der Aktienmarkt steht allerdings bisher mit seinen plötzlich aufkommenden Konjunktursorgen völlig alleine da. Wieso steigt der Konjunkturindikator Kupfer (und viele andere Rohstoffe) munter weiter, wenn doch die Weltkonjunktur angeblich in Gefahr gerät?
Sie sehen schon: Die jüngsten Marktkommentare entbehren spätestens auf den zweiten Blick jedweder Logik. Wir haben sehr viele wichtige Aktienindizes weltweit an markanten Widerstandsmarken stehen. Die Anlegerstimmung ist sehr optimistisch. Teilweise sehen wir seit vielen Monaten Extremwerte bei den Stimmungsindikatoren, die in der Vergangenheit stets über kurz oder lang zu größeren Korrekturen geführt haben. Ist es da so verwunderlich, dass wir mal ein paar Tage, vielleicht auch Wochen fallen? Der Markt ist chart- und stimmungstechnisch langsam reif für eine Korrektur. Ob wir die nach dem einzelnen schwachen Freitag allerdings tatsächlich sehen, wird sich in dieser Woche entscheiden.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Werner Bläser (31.01. 2011 09:12 Uhr):
Ich finde, Ihre Analyse trifft den Nagel auf den Kopf. Wenn die Mäuse satt sind, ist das Mehl bitter, das trifft auch auf den Aktienmarkt zu. Wohin könnte eine Korrektur gehen: 6800, 6400??
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