Börsen im Niemandsland - PAULA*-Strategie, Ausgabe 22
Tom Firley in Investors Daily zum Thema Dax 30
vom 28. Juli 2008, 18:00 Uhr
ENL5454
*PAULA-Strategie = Permanent Analysieren Und Langfristig Anlegen
Die meisten Leser kennen die Paula-Strategie bereits schon. Mit diesem langfristigen Experiment wollen wir einerseits beobachten, ob ein simples System den zu Grunde liegenden Index (oder in diesem Fall die Indizes Dax und Dow Jones Industrial) schlagen kann. Ein Ziel, an dem so viele Fonds-Manager scheitern...
Neue Leser finden hier die Regeln: Paula Strategie Regeln
MASSNAHMEN
Wie immer montags: Folgende Darstellungen stellen KEINE konkreten Kauf- oder Verkaufsempfehlungen dar.
Überblick Dax und Dow Jones
Machen wir uns nichts vor - wir befinden uns in einer extrem schwierigen Marktphase. Das darf auch in einem Börsen-Newsletter mit dieser Deutlichkeit gesagt werden. Andere Analysten würden vielleicht schreiben „wenn der Dax über die 7.000 geht, ist das bullish, fällt er unter das Jahrestief, ist das bearish".
Aber Hand aufs Herz: Diese Interpretation traue ich fast schon meiner kleinen, 16 Monate alten Paula zu (wenn Sie doch nur den Bleistift etwas fester halten könnte...).
Sie haben es bemerkt, ich war die letzte Woche auf Deutschlandreise und hatte einige wichtige Termine. Vielleicht war es auch einmal ganz gut so, dass ich mich in der letzten Woche kaum der Börse widmen konnte. Es war sehr ungewohnt, nicht alle 30 Sekunden bis 5 Minuten auf den Kurs-Monitor zu schauen. Aber mit etwas Abstand sieht man die Dinge dann auch etwas anders.
Betrachten wir den Dax:
Und da kann ich wirklich nur wiederholen: Wir befinden uns in einer schwierigen, im Grund genommen „trendlosen" Phase. Beachten Sie einmal die beiden wichtigen, schwarzen Linien.
Bullen und Bären: Beide Seiten werden „gefoppt"
Die obere Linie markiert die 7.000er Marke, die im Mai kurz überboten wurde. Danach fiel der Dax (im Juli) auf neue Jahrestiefs. Langfristig gesehen kann hier (charttechnisch nicht ganz sauber) aus Bullen-Sicht von einem falschen Ausbruch gesprochen werden.
Die untere Linie repräsentiert das „alte" März-Tief, das - wie gesagt - im Juli unterboten wurde. Aber auch hier wurden die Marktteilnehmer, diesmal die Bären, „gefoppt". Teilweise sorgte der fallende Ölpreis und besser als erwartete Quartalszahlen (insb. aus der Finanzecke) für wieder steigende Kurse.
Nebenbei bemerkt: In Fachkreisen wir die jüngste Aufwärts-Bewegung als „Verlegenheits-Rallye" bezeichnet...
Sagen wir mal so: Die Tatsache, dass die 6.500er Marke nach kurzfristigem Überbieten gleich wieder nach unten durchbrochen wurde, stimmt mich sicherlich nicht optimistisch für die Bullen. Andererseits hatten die Bären in der Mai-Juli-Abwärtsbewegung genügend Möglichkeiten ihre Aktien abzustoßen bzw. auf fallende Märkte zu setzen.
Fazit: Kurzfrist-Trader - wie zum Beispiel bei meinem JP Morgan-Beispiel oder meinem Citigroup-Call dargestellt - finden sicherlich Gefallen an diesen Märkten, wenn sie klare „Take-Profits" platzieren (sich also von vorneherein bewusst sind, wo sie aussteigen wollen) oder enge Stopps ziehen. Für mittel- bis langfristige Investoren ist die (Dax-)Situation allerdings vollkommen offen, wir befinden uns in einem Börsen-Niemandsland.
Auch in der Paula-Strategie hat sich in den letzten 14 Tagen nicht viel getan. Drei Werte (siehe unten) wurden ausgestoppt, neue Kauf-Signale gibt es keine. Hier sehen wir die Schwäche (oder Stärke?) diese einfachen Trend-Folge-Systems: Ohne Trend, kein Einstieg... Zurück zum Dax.
Der DAX hat in der Vorwoche seit dem Freitagsschlusskurs vom 18. Juli 2008 bis letzten Freitag (25. Juli) 0,85 % gewonnen, von 6.382 auf 6.436 Punkte.
Gewinner / Verlierer Dax 18. Juli 2008 bis 25. Juli 2008
| Aktie | WKN | Schluss 25.07.2008 | Performance seit 18.07.2008 |
| Volkswagen | 766400 | 206,09 | 9,04% |
| Henkel AG & Co. VZ | 604843 | 26,02 | 5,77% |
| Deutsche Bank NA | 514000 | 59,57 | 5,23% |
| Bayer | 575200 | 55,95 | 4,91% |
| Linde | 648300 | 92,09 | 4,51% |
| Fresenius Medical Care | 578580 | 36,09 | 3,86% |
| Deutsche Börse NA | 581005 | 75,22 | 3,84% |
| E.ON | 761440 | 120,19 | 3,32% |
| Hypo Real Estate Holding | 802770 | 17,76 | 2,96% |
| TUI NA | TUAG00 | 15,43 | 2,94% |
| adidas AG | 500340 | 39 | 2,60% |
| BMW | 519000 | 30,68 | 1,93% |
| Lufthansa NA | 823212 | 15,45 | 1,58% |
| BASF | 515100 | 41,81 | 1,36% |
| Continental | 543900 | 72,9 | 1,29% |
| Deutsche Post NA | 555200 | 15,91 | 1,21% |
| .DAX | 846900 | 6.436,71 | 0,85% |
| Commerzbank | 803200 | 21,23 | 0,28% |
| RWE | 703712 | 75,52 | 0,03% |
| Merck KGaA | 659990 | 79,06 | -0,24% |
| Siemens NA | 723610 | 73,54 | -0,53% |
| Deutsche Telekom NA | 555750 | 10,93 | -0,73% |
| Thyssen-Krupp | 750000 | 32,29 | -0,98% |
| Allianz SE NA | 840400 | 109,13 | -1,84% |
| SAP | 716460 | 34,24 | -2,17% |
| Metro | 725750 | 37,73 | -2,46% |
| Münchener Rück NA | 843002 | 107,88 | -3,96% |
| Deutsche Postbank | 800100 | 46,76 | -4,12% |
| Infineon Technologies NA | 623100 | 5,09 | -4,42% |
| MAN | 593700 | 66,64 | -5,10% |
| Daimler NA | 710000 | 38,88 | -5,38% |
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