Leitzinsen

Ein zuverlässiger Indikator für die Märkte

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2. These: Leitzinsen unter 6 % sind gut für den Markt

Mit hoher Wahrscheinlichkeit hätte diese Zinssenkung im Jahr 2001 den Markt schnell wieder beruhigt. Das kann man deutlich den obigen Charts entnehmen. Doch dann gab es eine Sondersituation: Die Terroranschläge am 11. September veränderten die Welt. Denn im Anschluss gingen die Börsen in den „Kriegsmodus“ über.

 

Vor einem Krieg fallen die Börsen

Immer, wenn sich größere geopolitische Konflikte mit „ungewissem“ Ausgang oder Ausmaß ankündigen, die theoretisch geeignet sind, die Weltwirtschaft in Bedrängnis zu bringen, neigen die Börsen dazu, stark zu fallen.

 

Interessant ist, dass nach dem 11. September die Börsen, vielleicht auch aufgrund der da schon niedrigen Zinsen, auf das Kursniveau von vor dem Anschlag gestiegen sind.

 

Man darf sich also fragen, ob sich die Börsen ohne den Krieg in Afghanistan und die folgende Ankündigung weiterer Maßnahmen, die schlussendlich zum Irak-Krieg führte, nicht sogar vergleichsweise schnell wieder gefangen hätten.

 

Der Kriegsmodus, eine Sondersituation

Deutlich erkennt man, dass der S&P500 vom Beginn des Afghanistan-Krieges am 7.10.2001 bis zum Beginn des Irakkrieges am 19.März 2003 die deutlichsten Kursverluste zu verzeichnen hatte (rotes Rechteck).

 

Das war eine absolute Sondersituation, vielleicht erinnern Sie sich noch: Die Medien waren voll von den möglichen Szenarien: Ein Flächenbrand in der Region wurde diskutiert, Ölknappheit, verheerende Folgen für die Weltwirtschaft, etc.

 

Erst als das Ende des Irak-Kriegs so langsam zeigte, dass keines dieser Horrorszenarien folgen wird, konzentrierten sich die Märke nach und nach wieder auf die eigentlich relevanten Faktoren:

 

Niedrige Leitzinsen = hohe Liquidität = steigende Kurse.

 

Ich erinnere mich sehr gut, wie dieser Zusammenhang in den Jahren 2003-2004 die ersten Analysten davon überzeugte, so langsam ins Bullenlager zu wechseln und die Bärenkappe einzumotten. Die große Masse der Kommentatoren ist aber tatsächlich erst 2005-2006 auf dieses Bullenszenario aufgesprungen (auch wenn viele heute etwas anderes behaupten).

 

Die Märkte reagierten wieder logisch

Die Börsen stiegen ab 2003 aufgrund der enormen Liquidität steil an und endlich erhöhte Alan Greenspan bzw. die Fed die Zinsen (aus heutiger Sicht fast etwas zu spät). Nach und nach wurde das Gleichgewicht zwischen Zinsen und Märkten wieder hergestellt.

 

Schauen Sie sich den Chart noch einmal an. Als die Zinsen ab dem 29.06.06 die 5,25 % erreichten und Ben Bernanke deutlich machte, dass die Zinsen erst einmal nicht mehr weiter steigen werden (blaue senkrechte Linie), folgte eine sehr starke Rally. Spätestens das beweist wieder, welch enormen Einfluss die Zinsen auf die Wirtschaft und den Kursverlauf der Märkte haben.

 

Wenn Sie diese Thesen in Ihre aktuellen Bewertungen einbeziehen, werden Sie möglicherweise bei Ihrer mittel- bis langfristigen Geldanlage höhere Gewinne erzielen. Ich will nicht sagen, dass Sie reich werden, aber das Wissen um die Leitzinsen ist – gerade aktuell – essentiell.

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