Börse: Geldanlage mit zahlreichen Gesichtern
Tom Firley in Investors Daily
vom 27. August 2008, 18:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
nach ein paar Tagen am Gardasee kann ich resümieren: Es war schon sehr ungewohnt.
Vier Börsentage (von letzten Donnerstag bis gestern) ohne Börse, ohne Kurse; einfach nur selbst verschriebene Entspannung ohne Charts, Charttechnik, Aktien-Analysen, Kurs-Berechnungen, Geldanlage-Überlegungen, Börsen-Nachrichten - das grobe Weltgeschehen habe ich natürlich verfolgen können... und ohne Investors Daily (ich hoffe, Sie haben bemerkt, dass in den letzten vier Ausgaben Gastbeiträge platziert wurden).
Heute Morgen schrieb ich bereits im Investors Daily Update: Unterm Strich ist während meiner Börsen-Abwesenheit nicht viel passiert. Der Dax verharrt unter der 6.500er Marke, der Dow Jones kämpft mit der 11.500.
Ölpreis: Ein Teil vom Ganzen
Daneben sind sich viele Berichterstatter gewohnt uneinig, ob nun ein steigender Ölpreis für Kursturbulenzen sorgt oder ein stagnierender eine Aufwärtsbewegung hemmt oder umgekehrt. Sie kennen meine Meinung dazu: Das eine (der Ölpreis) bedingt das andere (den Börsenkurs) - aber NUR in einem gewissen Maße.
Genauso wie gestern die schlechten Zahlen vom ifo Geschäftsklima Index in Deutschland (er steht jetzt bei 94,8; erwartet wurde er höher bei 97,2) sicherlich zum Teil die Stimmung trübten. Und genauso wie etwas bessere Zahlen seitens des US-Verbrauchervertrauens die Stimmung wieder etwas teilweise anhoben (56,9 Punkte statt wie erwartet 53,5).
Keiner kann Miss Börse durchschauen
Und das ist eben Miss Börse: Ein vielschichtiges, äußerst kompliziertes bzw. komplexes Wesen, welches nie (und nimmer) vollends durchschaut werden kann - weder von Fundamental-Technikern, die unter anderem aus Geschäftsberichten ihre Schlüsse ziehen, noch von Technischen Analysten, die aus Charts und Technischen Indikatoren ihre Prognosen ableiten.
Kein Mensch hätte zum Beispiel am Jahresanfang gedacht, dass die Deutsche-Börse-Aktie (blauer Verlauf im Chart) über die Hälfte an Kurswert verlieren wird. Und andererseits hätte wohl kaum jemand damit gerechnet, dass die Volkswagen-Aktie (grüner Verlauf) in einem derart schlechten Umfeld noch 30% draufsatteln kann.
