Börse: Für die Geldanlage unverzichtbar
Tom Firley in Investors Daily
vom 17. Dezember 2008, 18:00 Uhr
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Liebe Leser,
ein gebranntes Kind scheut das Feuer. Klingt logisch, ist logisch. Allerdings sollten Sie dieses Sprichwort nicht auf die Börse übertragen. Schauen wir uns hierzu den Dax-Chart an:
Ich erinnere mich gut, als nach dem Januar-Crash wirklich ernstzunehmende und renommierte Analysten dann im Februar von einer Bodenbidlung (grün eingekreist) sprachen. Formal ist das richtig, es bildete sich ein Boden. Allerdings machten diese Analysten einen Fehler, indem sie zum erneuten Einstieg rieten.
Vermeintliche Schnäppchenkurse
Nach einer Ab-und-Auf-Phase folgte dann ein weiterer Abschwung - die Analysten lagen zu diesem Zeitpunkt schon ein gutes Stückchen im Minus. Blau eingekreist finden Sie im Chart dann die zweite „Bodenbildung". Damals fing dann die Rede von „Schnäppchenkursen" an.
Nun, diese Schnäppchenkurse erwiesen sich dann nach dem Oktober-Crash als regelrecht „fatal". Binnen weniger Tage verloren unzählige Aktien 30% oder 50% oder sogar mehr an Wert. Manche Gesellschaften verschwanden sogar ganz von der Bildfläche oder wurden mehr oder weniger verstaatlicht. Die Schnäppchenjäger mussten einsehen, dass jedes Schnäppchen noch einmal etwas günstiger zu haben sein kann.
Breite Seitwärtsphase
Aktuell befinden wir uns seit einigen Wochen in einer breiten Seitwärtsrange (rote Begrenzungen im Chart) mit leichter Abwärtstendenz (gestrichelte Linien). Ob wir diese eher grausame Zick-Zack-Bewegung als Bodenbildung bezeichnen können, halte ich für fraglich.
Bleiben Sie realistisch
Euphemistisch würde ich diese Phase als erbitterten Kampf zwischen Bullen und Bären bezeichnen. Realistisch würde wohl aber eher die „Ära der totalen Ratlosigkeit" als Bezeichnung passen. Dennoch und gerade deshalb:
Scheuen Sie nicht das Feuer! Bleiben Sie dran an der Börse!
Nur über meinen Anwalt
Seit dem Januar Crash sage ich Ihnen, dass kleine Zockereien mit einer ordentlichen Stopp-Strategie „erlaubt" seien. Immer wieder betonte ich, dass ich Aktien-Empfehlungen nur „über meinen Anwalt" ausgebe, solange die 256-Tage-Linie (roter Verlauf im Chart) nicht überboten wird. Vermutlich dürften Ihre kleineren Zockereien in die Hose gegangen sein (wie meine Harley-Spekulation...). Doch wenn es tatsächlich nur ein Zock mit kleinem Geld war, dann dürfte der Verlust nicht so hart ausfallen, wie es vielleicht auf den ersten Blick scheint.
Bleiben Sie dran
Und auch wenn der Verlust etwas größer war oder Sie die Verluste einfach aussitzen wollten - bleiben Sie dran! Sobald ein Ende der Rezession einigermaßen abschätzbar ist, sobald die ersten - hoffentlich positiven - Rettungspakete-Maßnahmen Früchte tragen, werden sich hervorragende Einstiegschancen ergeben.Und es wird wieder Phasen geben, in denen Sie mit einer wesentlich höheren Investitionsquote in Aktien engagiert sein werden.
Ich rede nicht von jetzt. Ich behaupte auch nicht, dass es das jetzt schon gewesen sei mit der Baisse.
Aber wenn Sie Ihre Börsianer-Karriere jetzt an den Nagel hängen, war das Durchhalten im grausamen Börsenjahr 2008 völlig umsonst. Und die nächste Hausse (und die kommt unweigerlich, früher oder später) fände ohne Sie statt. Suchen Sie also nicht unbedingt nach Schnäppchen (die sich dann als Geldvernichter herausstellen), suchen Sie nach charttechnisch sinnvollen Einstiegen mit Sicherheitsgurt. Dann werden Sie auch gut durch das nächste Börsenjahr kommen.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
