Börse - Angst vor Rezessions-Rückfall trifft Aufschwungsstimmung
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Börse
vom 19. Juli 2010, 14:30 Uhr
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die wachsende Angst der Anleger vor einem Rückfall der USA in die Rezession hat den deutschen Aktienmarkt am Freitag auf Talfahrt geschickt. Der DAX schloss 1,8 Prozent tiefer bei 6.040 Punkten und hat damit auf Wochensicht 0,4 Prozent verloren. und das obwohl in den Tagen zuvor auch auf dem Börsenparkett eitel Sonnenschein angesagt war. Die Lage bleibt angespannt. Die Angst vor einer deutlichen Wirtschaftsabkühlung in Amerika scheint allgegenwärtig. Da werden dann Zahlen, die ansonsten unbemerkt vorbeirauschen, auf einmal interessant.
"Die jüngsten Daten haben unter den Anlegern wieder die Sorge hervorgebracht, dass die amerikanische Konjunktur auf wackeligen Beinen stehen könnte", sagte Marktstratege Thilo Müller von MWB Fairtrade laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeine Zeitung und verwies auf das enttäuschende Konsumklima, das die Universität Michigan am Freitag veröffentlichte. Ähnliches habe am Vortag schon der schwache Philadelphia Fed Index angedeutet. Allerdings seien dies nur Frühindikatoren und noch keine "harten Fakten", sagte Müller in der FAZ. Trotz eher schwach ausgelegter Quartalszahlen vom Freitag traue er den Unternehmen weiterhin zu, dass sie das Ruder im Rahmen der anlaufenden Berichtssaison herumreißen könnten.
Autotitel topp - Bankaktien flopp
Neueste Quartalszahlen aus Amerika von General Electric (GE) und aus dem Bankensektor bezeichneten Börsianer als wenig überzeugend. Aktien der Deutsche Bank weiteten nach den Zahlen der amerikanischen Konkurrenten Citigroup und Bank of America ihre Verluste aus und verloren 3,05 Prozent auf 47,67 Euro. Papiere der Commerzbank gaben um 2,41 Prozent auf 6,23 Euro nach. "Bei beiden Banken ist vor allem das Investmentbanking nicht gut gelaufen", kommentierte ein Händler in der FAZ. Und das laste auf der von diesem Bereich besonders abhängigen Deutschen Bank. Börsianer verwiesen zudem darauf, dass Konkurrent JPMorgan die Messlatte mit seinen Zahlen am Vortag auch sehr hoch gelegt hatte. Ich hatte Ihnen dazu ja ebenfalls geschrieben.
In diesem schwachen Umfeld verpufften natürlich positive Nachrichten. Das hatte man sich in Stuttgart Zuffenhausen bei Daimler wohl anders ausgemalt, als man sich entschloss am Freitag überraschend Zahlen zum zweiten Quartal vorzeitig zu veröffentlichen. Die Papiere des Autobauers gaben trotz Superzahlen und Prognosen über den Erwartungen um 0,52 Prozent auf 43,05 Euro nach. Sie hielten sich damit aber immerhin noch im oberen Drittel des angeschlagenen deutschen Leitindexes.
Erst BMW und nun auch Daimler. Die Stuttgarter machen es den Kollegen auf Bayern nach und heben nach einem extrem starken zweiten Quartal ihre Gewinnprognose für 2010 an. Der Konzernumsatz stieg um mehr als 5 Mrd. auf 25,1 Mrd. Euro. Das Vorsteuerergebnis liegt bei 2,1 Mrd. Euro nach einem Verlust von 1 Mrd. Euro im Vorquartal. Im zweiten Quartal wurde der Gewinn vor allem vom guten Pkw-Absatz getragen. Die wesentlichen Faktoren für das Ergebnis seien eine erfreuliche Absatzentwicklung, vor allem in China und den USA, höhere Preise und mehr teure Extras, teilte Daimler Vertretern der Presse mit. Auch das Geschäftsfeld Lastwagen entwickle sich positiv und verbesserte den Gewinn.
Titel der Daimler-Konkurrenten waren im Sog dessen ebenfalls unter den stärksten Werten: BMW fielen "lediglich" um 0,26 Prozent auf 42,15 Euro, die Vorzüge von Volkswagen (VW) verteuerten sich gar um 0,24 Prozent auf 76,00 Euro.
Auch die kommende Börsenwoche dürfte eher verhalten anlaufen. Händler verwiesen bei dieser Einschätzung abermals vor allem auf die sehr schwache Entwicklung der US-Börsen zum Wochenschluss. Welche Daten hier für die kommende Woche auf der Agenda stehen, lesen Sie in der nachfolgenden Rubrik.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Börsenwoche.
Ihre
Cindy Bach