Blick in die Medien
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 15. März 2010, 16:00 Uhr
ENL5462
Liebe Leser,
- was haben Friedrich Merz, Joschka Fischer, Gehard Schröder und Bill Clinton gemeinsam? Richtig, es sind alles ehemalige Politiker, welche heute, nach dem Ende ihrer politischen Karriere, richtig dick absahnen. Eine nette kleine Fotogallerie zu dieser Thematik finden Sie unter diesem Link.
- "Deutschland spielt im Griechenland-Bailout eine Vorreiter-Rolle“, so titelte der "Guardian" am vergangenen Freitag. Laut dem Artikel soll am heutigen Montag ein milliardenschweres Rettungspaket verkündet werden, welches auf bilateralen Hilfen in Form von Kreditgarantien beruht und bei dem die BRD bis zu 15 Mrd. der insgesamt angedachten 25 Mrd. einbringen könnte.
- Am Wochendende wurde diese Meldung u.a. mit Hilfe des "Spiegels" jedoch (noch) dementiert. Fakt ist aber, dass es in den nächsten Wochen zu einer Griechenland-Lösung kommen muss. Und da ein europäischer Währungsfonds (zum Glück) nicht so ohne weiteres in die Tat umgesetzt werden kann und Griechenland mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht fallen gelassen wird, sollte man den "Guardian"-Artikel m.E. durchaus im Hinterkopf behalten.
Tja, und wenn's doch in Griechenland kracht und die Helenen den längst überfälligen und dank der massiven Misswirtschaft und Korruption im eigenen Land nicht ganz selbst unverschuldeten Bankrott erklären müssen und mit grobem Zahlenfälschen und krummen Defizitlügen wie bisher (mit denen man sich übrigens überhaupt erst den Beitritt zum Euro ergaunerte und erlog) das Problem sich nicht beheben lässt?
Und wenn dann auch die wilden Beleidigungen und abstrusen Schuldzuweisungen für die massive Unfähigkeit der eigenen Regierungen, ordentlich zu wirtschaften, nicht das Ziel erreichen und scheitern?
Kein Problem. Dann nimmt man einfach die griechischen Anleihen und schiebt sie "stressfrei" in ein Bad Bank Modell des Soffin. Moral Hazard live und in HD-Qualität (hier die West LB)....
„Wir haben viele Staatsanleihen, griechische, portugiesische, italienische und so weiter. Sie werden in die Bad Bank überführt und werden im Ernstfall die WestLB nicht unmittelbar belasten“, spricht der nordrhein-westfälische Finanzminister Linssen klare Worte.
Ist das nicht toll? So einfach ist das alles in Deutschland.
Jetzt bitte nur keine weiteren oder gar kritischen Fragen hierzu stellen, denn wie der NRW-Finanziminister ja schon sinngemäß sagte:
Alles wird natürlich ausschließlich gut und selbstverständlich niemand belastet. Wie könnte es auch sonst sein?
Beste Grüße
P.S.:
Einen sehr guten Eindruck, wie der drohende Staatsbankrott die griechischen Bürger trifft, vermittelt dieses ZDF WISO-Video.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Bredenow (16.03. 2010 08:18 Uhr):
Sehr geehrter Herr Hahn, seit langer Zeit verfolge ich Ihre Kommentare. Ich empfinde sie stets als äußerst informativ und zutreffend. Dafür danke ich Ihnen. Ich hoffe auf künftige Artikel in gleicher Qualität. Außerst informativ finde ich auch Ihre Links. Ihren heutigen Artikel will ich nicht kommentieren, er spricht für sich. Vielen Dank Rainer Bredenow
Antworten - Kommentar von Bernd Seeland (16.03. 2010 14:41 Uhr):
Alles was auch in den zitierten Beiträgen gesagt wird ist richtig. Die wesentlichen Probleme überall sind die eigentlich nach Haushalts- und Staatseinkommenslage nicht gerechtfertigten Ausgaben zur Einlösung von Wahlversprechungen bzw. Ausgaben zur Verbesserung der Wählergewogenheit. Diese Augaben dienen zur Bestechung der Wähler (Aktuell FDP mit Steuersenkung). Und die Wähler lassen sich bestechen(Wahlergebnis 18%). Die Einen können sich Habgier leisten und die Anderen müssen die Zeche ungefragt bezahlen. Wer heute mehr vom Staat/vom Haushaltsvorstand fordert, muss es morgen bezahlen. Diese Zusammenhänge gelten für den kleinen Individualhaushalt, sie gelten für Länder, Staaten und Staatengemeinschaften. Und da gibt es tatsächlich Bürokraten und Politiker in Brüssel, die den raschen Beitritt von Island fordern. Ist das zu verstehen? Sollen wir das wirklich verstehen? Und sollen wir das dann auch noch bezahlen? Wann kommt endlich ein für den ganzen Euroraum zuständiges Wirtschafts- und Finanzministerium, unabhängige Kontrollorgane und Statistiken, damit dieser Spielplatz für Hassardeure beseitigt wird? Die leider vorhandenen Fehlkonstruktionen in der EU müssen so schnell als möglich korrigiert/repariert werden, sonst gehen wir grausamen Zeiten entgegen.
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