Technischer Blick auf die Marktlage
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 25. November 2010, 17:00 Uhr
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heute dürfte der Börsenhandel insgesamt relativ unspektakulär verlaufen, da die amerikanischen Börsen aufgrund von Thanksgiving, dem amerikanischen Erntedankfest, geschlossen sind. Meist ist dann auch der Handel am Folgetag eher dünn.
Der Feiertag bietet aber natürlich eine gute Chance, sich die Marktlage einmal auch aus technischer Sicht näher anzusehen. Ich beginne mit dem Russell 2000 Index auf Tagesbasis als dem weltweit mit am wichtigsten Nebenwerte-Leitindex:
Quelle: stockcharts.com
Wie Sie im obigen Chart sehr schön sehen können, stieg der Russell 2000 Index im Zuge des gestrigen Handelstags bereits wieder in die Nähe seines alten lokalen Hochs und machte damit den zwischenzeitlich erfolgten Rücksetzer wieder ziemlich dynamisch wett.
Aus Sicht des Wm%R-Indikators ist der Index kurzfristig überkauft, aber wie ein Blick auf die Historie des Wm%R zeigt, ist es nicht unüblich, dass dieser auch ein wenig im überkauften Bereich vorübergehend verbleiben kann.
Die Frage, die sich also aufdrängt ist, ob der Russell 2000 kurz davor steht, sein altes lokales Hoch zu überwinden.
Und in der Tat stehen die Chancen hierfür gar nicht einmal schlecht.
Nebenwerte bleiben führend in der Gesamtwertung
Von Zeit zu Zeit ist es immer sehr interessant, sich einmal anzusehen, welche Asset-Klasse bzw. welches Marktsegment eigentlich die aktuellen Bewegungen anführt bzw. die der letzten Monate angeführt hat.
Aus diesem Grund habe ich heute einmal einen Performance-Vergleichschart der letzten Monate für Sie mit abgebildet. Dieser umfasst den Zeitraum vom 21.07.2010 bis 24.11.2010
Und wer hätte es gedacht? Das am besten laufende Segment der Märkte waren die Nebenwerte.
Quelle: stockcharts.com
Im besagten Zeitraum ließ der Russell 2000 alle andere Indizes hinter sich und legte 20,22% zu. Der Nasdaq kam an den Russell 2000 noch am ehesten heran, der Dow Jones hingegen schaffte es in dem Zeitraum gerade mal auf etwas über 10%. Der S&P 500 brachte es auf 12,04%.
Was bedeutet dies für Sie?
Zunächst einmal klar und deutlich: Mit Nebenwerten setzen Sie genau auf das richtige Marktsegment im Moment.
Eine Outperformance der Nebenwerte sagt aber natürlich auch etwas über den Gesamtmarkt aus. Wenn die Anleger bereit sind, tendentiell höhere Risiken einzugehen, statt in "sichere" Blue Chip Aktien zu flüchten, kann man daran auch erkennen, dass der Optimismus hinsichtlich einer Wirtschaftserholung in den USA nach wie vor vorhanden zu sein scheint. Dies lässt sich auch sehen, wenn Sie den Performanceverlauf nach bereits vergangenen Krisen betrachten.
So gut wie immer laufen nach derartigen Krisen und Rezessionen die Nebenwerte dem Markt voraus, oftmals über mehrere Jahre.
Es dürfte sich also auch weiterhin auszahlen, den Nebenwerten treu zu bleiben.
Ein aktueller Blick auf die Marktinterna
Letzte Woche schrieb ich Ihnen an dieser Stelle, dass ich davon ausgehen würde, dass der "Prozent der 10"-Index noch weiter fallen würde, bevor die Märkte wieder nach oben laufen. Offenbar hat der Index jedoch vorerst einmal andere Pläne.
Wie Sie auf dem nachfolgenden P&F-Chart sehen können, hat der Prozentsatz der an der NYSE gelisteten Aktien, die über ihrem gleitenden 50-Tage-Schnitt notieren, vorerst einen Boden gefunden. Zwar ist noch kein klarer Ausbruch nach oben erfolgt, aber eine derartige Bodenbildung dürfte für die Bullen doch ein erstes vielversprechendes Anzeichen sein.
Quelle: stockcharts.com
Ähnlich solide zeigt sich übrigens nach wie vor der NYSE Bullisch Prozent Index.
Auch er hat kaum Territorium bisher abgegeben und ist von einer Umkehr in eine O-Spalte (wäre aktuell erst bei 68 Punkten der Fall) noch sehr weit entfernt.
Quelle: stockcharts.com
Wie es scheint bleiben also die Bullen vorerst noch am Ruder und die kurzfristige Überkauftheit im Gesamtmarkt ist etwas abgebaut. Zu berücksichtigen gilt an dieser Stelle natürlich auch, dass traditionell die Tage vor Thanksgiving meist sehr bullisch sind. Ich halte die Chance aber im Moment für recht gering, dass nächste Woche oder gar morgen, sich großartig etwas an diesem Gesamtbild ändern sollte.



